>> Programm Archive Überblick

> Archiv 2001

> Shirana Shahbazi / Erik Steinbrecher
7. 9. 2001 - 4. 11. 2001


Der Kunstverein startet die neue Saison mit zwei
Einzelausstellungen, die sich beide auf unterschiedliche Weise mit
dem Thema Bild beschäftigen.
Shirana Shahbazi (geboren 1974 in Teheran ) schloss ihr Fotografiestudium im vergangenen Jahr ab und geniesst seitdem bereits erste internationale Anerkennung. Im Kunstverein realisiert sie ihre zweite institutionelle Einzelausstellung.
Auch in ihrer neuen Arbeit, die Shirana Shahbazi für den Kunstverein entwickelte, bedient sie sich des Mediums Fotografie und liess zudem eines der Sujets im Iran - in der Tradition gemalter Werbeplakate - malerisch umsetzen.

Auf vielfältige Weise setzt sich Shahbazi mit dem Thema Porträt und dem Thema Bild auseinander. Sowohl in s/w als auch in Farbe fotografierte sie eine junge Frau vor einem neutralen Hintergrund.
Durch die Wahl unterschiedlicher Formate und Bildträger (Fotografie, Malerei) verdichtet Shahbazi die teilweise nur gering voneinander abweichenden oder auch identischen Porträtansichten zu einem Gesamtbild und erforscht die variablen Erscheinungsformen und Interpretationsmöglichkeiten eines Porträts.

Der in Berlin lebende Schweizer Künstler Erik Steinbrecher (geb. 1963), der vor allem seit seiner Teilnahme an der documenta X einem breiten und internationalen Publikum bekannt wurde, sammelt Bilder. Postkarten, Anzeigen, Abbildungen und ganze Seiten aus Illustrierten und Werbeprospekten gehören zu seinem umfangreichen Bilderfundus. --- Aus dieser komplexen Bilderflut löst Steinbrecher verschiedene Motiv-Kategorien heraus - wie zum Beispiel Haare, Wunden, Schultern, rauchende Personen etc. - und stellt diese zu einer bildhaften Erforschung des Alltags zusammen. Dabei entstehen unfassbare Geschichten ohne Anfang und Ende, mit Bildern, deren Herkunft anonym bleibt und die durch einen veränderten Kontext eine neue Bedeutung gewinnen. --- Steinbrechers Auseinandersetzung mit der massenmedialen Visualität ist stets geprägt von einer Untersuchung, inwiefern eine Abbildung diesem Anspruch eines anschaulichen Einzelmoments genügt, bzw. einem Bild gerecht wird. --- Im Kunstverein wird er auf beiden Ebenen zum ersten
Mal einen komprimierten und inhaltlich weit vernetzten Bildraum mit über 1000 Einzelbildern entwickeln und zudem eine neue Videoarbeit zeigen.

> Apes
16. 6. 2001 - 19. 8. 2001


artist: Olaf Breuning
In seinem aktuellen Projekt beschäftigt sich Olaf Breuning
(geb.1970) mit Klischees und Bildern von fernen Welten und
Kulturen und damit verbundenen Sehnsüchten.

Olaf Breuning (geb. 1970, lebt in New York) gehört mittlerweile zu den
wichtigsten Vertretern der jungen Schweizer Kunstszene.
Seine Einzelausstellung im Kunstverein Freiburg ist sein bislang
umfangreichstes Projekt und wird in Abwandlung danach im
Kunstmuseum zu Allerheiligen Schaffhausen und in der Galerie Metro
Pictures in New York zu sehen sein.
Olaf Breuning gehört zu einer Künstlergeneration, die mit dem Zappen
durch die mediale Welt gross geworden ist. Die Erscheinungsformen des Zeitgeist, widergespiegelt in der Mode, der Werbung und dem Lifestyle, dienen im als Grundlage für seine Arbeiten, in denen es immer wieder um eine Zuspitzung inszenierter Wirklichkeiten geht. Breuning interessiert sich für mehrdeutig aufgeladene Codes und Metaphern; er entlehnt der Ästhetik unserer Zeit unterschiedliche Bedeutungsebenen und formt sie in seinen Inszenierungen um, ohne Furcht vor dem Schein.
In seinem aktuellen Projekt im Kunstverein Freiburg beschäftigt sich Olaf Breuning mit Klischees und Bildern von fernen Welten und Kulturen und den damit verbundenen Sehnsüchten und Illusionen nach Authentizität und Freiheit.

Zu sehen ist im abgedunkelten Hauptraum eine langgestreckte Insel mit Höhlenbewohnern: Geräusche sind zu hören, ein archaischer Sing-Sang, Urwaldgetöse, Brummtöne, ein von allen Seiten herkommendes Soundspektakel. Auch auf den Fotografien im Kabinett sieht man archaische Stereotypen wie Höhlenbewohner, Ritter oder Eingeborene; krude, klischeehaft und spielerisch nachempfunden: Breuning schafft mit seiner aufwendigen Inszenierung ein aktuelles Märchen von einer vergeblichen Suche nach Authentizität und der gleichzeitigen Behauptung, dass das Erfundene vielleicht viel wahrhaftiger erscheint als
das sogenannte Echte. Und nicht ohne Ironie vermitteln seine Arbeiten, dass es wahrscheinlicher ist, dass ein Mensch Ritter oder Höhlenbewohner eher in Hollywoodproduktionen oder Theaterstücken gesehen hat, als dass er ihnen wirklich begegnete.
Im Rahmen der Ausstellung erscheint am 15. Juli im Kunstverein die
Publikation UGLY, hrsg. von Christoph Doswald im Hatje Cantz Verlag;
mit Texten con Christoph Doswald, Gianni Jetzer, Markus Stegmann, Dorothea Strauss und Philippe Vergne.



> Transit
1. 5. 2001 - 17. 5. 2001


artist: Björn Dahlem / Bernhard Härtter / L/B
Transit eine Navigation, markierte den Start des neuen
Ausstellungsprogramms und hat in einer ersten Etappe eine
inhaltliche Auslegeordnung entwickelt.

 

site:
www.bertold.de