> Archiv 2003
> Werder 5 - Räume ändern
14. 11. 2003 - 30. 11. 2003
artist: Schirmherrschaft Grafried, Freiburg
Ein Projekt des Kunstvereins Freiburg in der temporären Dependance
Werderring 5. 29 Studierende der Staatlichen Akademie der Bild. Künste Karlsruhe, Aussenstelle Freiburg
(Klassen Umberg/Hoffmann)
Werder 5
Vor dem Hintergrund der derzeit angespannten städtischen Finanzsituation möchte Grafried neue produktive Wege im Verhältnis zwischen Kunst und Wirtschaft in Freiburg ebnen und hat sich deshalb an den Kunstverein gewendet:
Das in Freiburg ansässige Bauunternehmen erwarb kürzlich die zentrumsnah gelegene Liegenschaft Werderring 5, eine dreistöckige Stadtvilla (erbaut 1883-84), die sie vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen der Kunst zur Verfügung
stellen wollte.
Der Kunstverein Freiburg hat die beiden Klassen (Prof. Umberg/Prof Hoffmann) der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg, eingeladen, unter dem Titel Werder5 -Räume ändern eine Ausstellung zu realisieren. Der Titel bezieht sich dabei nicht nur auf ein kulturpolitisches Statement und möchte auf das produktive und kreative Potential unterschiedlicher Kooperationen aufmerksam machen. Wesentlicher Ausgangspunkt für das Projekt waren vor allem unterschiedliche Beschäftigungen mit dem Thema Raum, als künstlerischer, architektonischer und gesellschaftlicher Bezug.
29 Kunststudentinnen arbeiteten während drei Wochen intensiv und direkt vor Ort und zeigen ein vielfältiges und spannendes Spektrum junger künstlerischer Positionen in Freiburg. Grafried und die Stadt Freiburg haben zudem gemeinsam die Summe von 2.000,-- Euro für eine Auszeichnung im Rahmen der Ausstellung bereit gestellt, die am 27. November offiziell verliehen wird.
19.11.; 18.30 Führung durch die Ausstellung Werder5 mit Dorothea Strauss
27.11.,19.00 Uhr, Preis-Verleihung Auszeichnung Werder5 im Anschluss: 19.30 Uhr, Meetingpoint 23, in Kooperation mit dem Medienforum Freiburg:
Kunst und Wirtschaft, eine zukunftsweisende Liaison
Podiumsdiskussion mit Didi Danquart, Filmemacher und Professor für Film-u. Medienkunst, HFG Karlsruhe;
Dr. Bernd Dallmann, 1.Geschäftsführer Freiburg Wirtschaft und Touristik GmbH
> SPUK
2. 11. 2003 - 10. 11. 2003
artist: Till Velten
in Zus. mit Walter v. Lucadou u. Dorothea Strauss
Verschiedene Richtungen, sich dem Unerklärlichen zu nähern.
Uns interessiert, ob es Verbindungen zwischen Kreativität,
Fantasie und dem Paranormalen gibt.
Til Velten
Unter dem Titel Dubiose Systeme beschäftigt sich Till Velten (geb.
1961) seit längerer Zeit mit Phänomenen unterschiedlicher
Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozesse innerhalb verschiedener
Systeme.
Programm Spuk: 3.11. - 9.11. tgl. im Kunstverein 16- 21h
Die Parapsychologische Beratungsstelle, Freiburg, wird in den
Kunstverein verlegt; die Diskretion stellt eine schalldichte Kabine
sicher; Beratung: Frauke Zahradnik, Parapsychologische
Beratungsstelle Freiburg Lounge mit Fachliteratur,
Photos von de Jang, Briefe an die Parapsychologische die
Beratungsstelle;
Videolounge mit PSI-Stories (30 Min.), Menschen berichten von ihren
paranormalen Erfahrungen, Dokumentation von Volker Anding, Im
Auftrag des ZDF, in Zusammenarbeit mit ARTE, 2000,
Personal Groove PC, ein Verfahren, um aus Konservenmusik ein
kreatives Hörerlebnis zu machen PSI-Experiment mit SX-64, das PSI-
Experiment - mit dem legendären SX-64 von Commodore - ist eine
Anordnung, mit der Teilnehmer ihre paranormale oder auch kreative
Begabung testen können, Drinks in der Bar OBSKUR.
Dienstag, 4.11., 19.00 Vortrag SPUK Dr. Dr. Walter von Lucadou und Frauke Zahradnik stellen die Arbeit der Parapsychologischen Beratungsstelle Freiburg vor; www.parapsychologische-beratungsstelle.de.
tgl. Mittwoch bis Freitag, 5. bis 7.11., 17 bis 19 Uhr Erfahrungsaustausch über paranormale oder außergewöhnliche Phänomene, begleitet von Dr. Dr. Walter von Lucadou, Till Velten und Dorothea Strauss.
Donnerstag, 6.11., ab 19.30 Double-Feature im Kom. Kino Freiburg, Alter Wiehre Bahnhof Freiburg,Urachstrasse 40, zwei Dokumentarfilme von Volker Anding: 19.30, Das Spukhaus (90 Min.), 2003, www.das-spukhaus.de 21.30, Geister sind auch nur Menschen, 2000
Montag 10.11., 20.30 Schlußveranstaltung. Round-Table in der Jackson Pollock Bar Kreativität, ein paranormales Phänomen? Auf dem Podium:
Dr. Dr. Walter von Lucadou, Frauke Zahradnik, Volker Anding,
Till Velten, Moderation: Dorothea Strauss
> Mentale Architekturen
12. 9. 2003 - 26. 10. 2003
artist: Tatiana Trouvé
Spätestens seit ihrer Ausstellung im Musée dart contemporain in
Bordeaux und der Teilnahme a. d. Biennale Venedig 03 zählt
Trouvé zu den wichtigsten jungen KünstlerInnen in Frankreich
Es fällt nicht leicht, die Arbeiten von Tatiana Trouvé (geb. 1968) inhaltlich zu fassen, denn aufgrund ihrer modellhaften Strukturen lassen sie eine Vielzahl unterschiedlicher Assoziationen zu; Trouvé selbst spricht im Zusammenhang ihrer Werke häufig von mentalen Architekturen. Diese Bezeichnung trifft es wahrscheinlich sehr gut, denn im Zentrum ihrer Werke steht immer das Thema Raum, und dies im Zusammenhang fiktiver wie auch reeller Momente. Seit 1997 arbeitet die in Paris lebende Künstlerin an dem sich stetig entwickelnden Projekt Bureau dActivites Implicites (B.A.I.), das sich aus einzelnen Modulen zusammensetzt. In ihrer Arbeit Module dattente (2002), die ebenfalls im Kunstverein zu sehen sein
wird, thematisiert sie zum ersten Mal Raum nicht nur als anekdotisches, architektonisches oder auch objekthaftes Ausdehnen, sondern kreiert zudem einen Sound-Raum: Aus über hundert Geräuschen aus dem öffentlichen Raum, die sie aufgenommen hat, während sie an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Situationen wartete, entwickelte sie zusammen mit einem Musiker eine sozusagen hörbare Architektur. In dieser Arbeit geht es ganz wesentlich um die Kraft und die Ausdehnung von Erinnerung, und zwar einer Erinnerung, die jeder einerseits kennt, doch andererseits mit anderen Anekdoten füllt. Parallel zu diesen Arbeiten entsteht ein großes Konvolut von Materialcollagen auf Papier und die Werkgruppe der sogenannten Polder, bei der es sich ebenfalls um plastisch inszenierte Raummodule handelt. Auch diese beiden
Werkgruppen wird Tatiana Trouvé im Kunstverein zeigen. Auf eindringliche Weise verbindet Trouvés Atmosphären gegensätzlicher
Anmutungsqualitäten zwischen gefühlvoller Melancholie und kühler
Distanz: Aus industriell gefertigten Materialien wie Klebebändern,
Stahldrähten, Glas, Chromstangen, Kunstleder, Stoffresten und vielen
anderen Elementen entwickelt sie modellhafte Einheiten, die an Büros, Aufnahmestudios, Filmschnittplätze, Lagerräume oder auch Sporträume erinnern: Die ästhetischen Anleihen suggerieren auf den ersten Blick eine gewisse Sicherheit, um sich zu orientieren, doch diese Sicherheit löst sich rasch zugunsten einer permanenten Befragung möglicher Lesarten ihrer Arbeiten auf.
Im Kunstverein Freiburg wird Tatiana Trouvé wird auf beiden Stockwerken
eine komplexe Inszenierung ihrer Arbeiten realisieren.
> 'S.R.'
21. 6. 2003 - 24. 8. 2003
artist: Matti Braun
Der in Köln lebende Künstler Matti Braun (geb. 1968) hat das
ehemalige Schwimmbad unter Wasser gesetzt.
Matti Braun
Der in Köln lebende Künstler Matti Braun (geb. 1968) realisiert im
Kunstverein Freiburg unter dem Titel S.R. seine bislang umfangreichste institutionelle Einzelausstellung:
Der Ausstellungsraum ist in einen flachen See verwandelt. Auf der glatten Wasseroberfläche spiegelt sich die Umgebung. Baumstammscheiben, auf denen man laufen kann, sind in unterschiedlichen Größen lose verteilt und ragen nur wenige Zentimeter aus dem Wasser. Alles in allem ergibt sich ein Bild eigentümlicher Strenge, die dennoch verführerisch und verträumt erscheint. Die zwei Buchstaben S.R. haben der Ausstellung von Matti Braun im Kunstverein Freiburg ihren Titel gegeben. Sie stehen für die Initialen des indischen Filmemachers Satyajit Ray. Über zwanzig Jahre arbeitete er an einem Drehbuch zu einem Science Fiction, in dem eigentlich Peter Sellers die Hauptrolle spielen sollte, doch leider kam dieser Film nie zustande. Im Drehbuch taucht dort ein See auf, in den ein Raumschiff fällt, das nur noch mit einer vergoldeten Spitze aus dem Wasser herausragt.
Matti Braun beschäftigt sich mit biografischen Zusammenhängen.
Bei seinen Recherchen und Nachforschungen stößt er auf komplexe
Konstellationen sowohl persönlicher wie gesellschaftlich kultureller
Hintergründe. Besonders interessieren ihn dabei transkulturelle Prozesse und die daraus entstehenden Fragen nach der Verbindlichkeit und Authentizität einer sogenannten kulturellen Identität. Aus einer Vielzahl geschichtlicher und persönlicher Interpretationen, biografischer und historischer Fakten aller Art oder auch privatmythologischer Anekdoten entwickelt Matti Braun für jede seiner Arbeiten inhaltlich weit vernetzte und erzählerische Strukturen: Parallel zu diesem eher assoziativ und spielerisch als streng wissenschaftlich orientierten Prozess seiner Recherchen, konzipiert Braun seine zumeist raumbezogenen Arbeiten.
Zur Ausstellung erscheint ein Textbuch.
> Nader Ahriman
11. 4. 2003 - 1. 6. 2003
artist: Nader Ahriman
Der in Berlin lebende Künstler Nader Ahriman realisiert im
Kunstverein Freiburg seine bislang umfangreichste
Einzelausstellung mit Werken seit 1994
Nader Ahriman
Der in Berlin lebende iranische Künstler Nader Ahriman (geb. 1964) zählt zu den derzeit eigenwilligsten und spannendsten Malereipositionen in Deutschland. Der Kunstverein Freiburg widmet ihm seine bislang umfangreichste Einzelausstellung.
Begleitet wird die Ausstellung von einer Werkmonographie im
Hatje Cantz Verlag.
Auf der Basis einer intensiven Auseinandersetzung mit Themen der Metaphysik, mit Oskar Schlemmers Interesse an einer kosmologischen Weltanschauung oder auch direkten Bezügen zur „Pittura Metafisica" von Carrà oder De Chirico entwickelt Nader Ahriman einen sehr persönlichen Kanon von Motiven und Formen mit denen er surreale und phantastische Welten konstruiert.
Nader Ahriman ist ein aktueller Vertreter einer multikulturellen Auseinandersetzung mit unserem kulturellen Background. Die verschiedenen Sprachen einer „alten" und „neuen Welt" versucht er aktuell in Malerei einzubinden und schafft somit eine Zuspitzung malerischer Auseinandersetzung zwischen Form und Inhalt.
Ahrimans Arbeiten zeigen narrative Elemente, die gleichzeitig das Erzählerische in einer stark metaphorisch aufgeladenen Atmosphäre erscheinen lässt. Auf teilweise sehr großen Formaten entwickelt er Welten eigentümlicher Erzählstränge, die komplexe und weitreichende Motive verbinden.
www.bertold.de
