> Archiv 2005
02. Dezember 2005 - 08. Januar 2006
Regionale6
Entstehen und Verschwinden
Eröffnung: Freitag 02.12.05, 19:00 Uhr
19:30 Uhr, Einführung Felicity Lunn, Direktorin Kunstverein Freiburg
Unter dem Motto Entstehen und Verschwinden nimmt der Kunstverein Freiburg an der diesjährigen Regionale6 teil.
Auch dieses Jahr werden wieder Jahresgaben zu besonders günstigen Konditionen für Mitglieder des Kunstverein angeboten!
Folgende Künstlerinnen und Künstler stellen aus:
Celine Adamo (D), Laurent Bechtel (CH), Andreas Berde (CH), Dorella Bucher(CH) , Nathalie Danzeisen (CH), Saskia Edens (CH), Ulrike Gerst (D), Sue Irion (CH), Tae-Gon Kim (F), Monika Loeffel (CH), Katja Loher (CH), Annette Merkenthaler (D), Cristina Ohlmer (D) , Yann Owens (F) , Protoplast (CH), Marion Ritzmann (CH), Ella Seifert (D)
>DASSOLLKUNSTSEIN Vol. 4
15.- 23.10.2005
Fünf Galerien im Kunstverein Freiburg
Galerie Albert Baumgarten, Galerie Ruta Correa, Galerie Foth, Galerie G, Galerie Pro Art
Katja Loher, "The Question is no!"
Mit „DASSSOLLKUNSTSEIN“ knüpft der Kunstverein Freiburg an eine Ausstellungsreihe an, die 1999 vom damaligen Leiter Stefan Berg initiiert und 2000 sowie 2002 von ihm und Dorothea Strauss wiederholt wurde.
In diesem Jahr sind fünf Freiburger Galerien eine Woche lang zu Gast im Kunstverein und zeigen in einer Gruppenausstellung Auszüge aus ihrem Galerieprogramm.

Saskia Edens, "Métamorphosis"
Die einzelnen Galerien werden von ein bis drei KünstlerInnen repräsentiert und stellen ihr Programm in den besonderen Kontext einer institutionellen Einrichtung wie dem Kunstverein Freiburg. Wir freuen uns, Ihnen mit den fünf Galerien zehn künstlerische Positionen vorstellen zu dürfen, die eine spannende Zusammenschau regionaler, überregionaler sowie internationaler KünstlerInnen zeigt.
Natalie Danzeisen, "Vierhändig"
>16.08.2005
CRISTINA OHLMER "Noctambule"
NOCTAMBULE: Wort/Sinn
Synthese von NOCTURNE (die Nacht) und SOMNAMBULE (Traumwandler)
Cristina Ohlmer zu ihrer Lichtinstallation:
„Die Ausstellungshalle des Kunstvereins ist am Freitagabend: NOCTAMBULE:
Sie ist eine große Lichtmaschine, die unendliche Bilder generiert.
Sie fordert auf, dem Bilderreigen beizutreten.
Denn das ist ihr Sinn.
Der Raum zeigt sich so ganz selbst, ein Fächer von Lichtechos.
Die große Lichtmaschine erzeugt in der Startphase die noch verborgenen Raumfindungen und löst plastische schimmernde Körper aus dem Dunkel.
Sie sind einfach da, die ganzen Dinge, stellen sich auf, sie stellen sich vor.
Es sind die Vorahnungen von denen, die sich entfalten werden und im besten Licht zeigen, wenn die Künstler einziehen mit ihren Werken.
Die Zeit steht nicht still und durch das große Oberlichtfenster fallen Lichter in die Halle ein, und beginnen – zwischenzeitlich – ihr eigenes Spiel.
Im Raum hinter den Spiegeln gibt es Bilder von Bildern von Bildern und sie strahlen zurück und heraus und wieder hinein.
Der leere Raum nimmt alles auf, jeden Farbschein, jeden Reflex, jeden Blitz, jede Raumtemperatur und jeden Wandel. Und dann gibt er alles wieder ab.
Der leere Raum reflektiert das Warten auf die Bilder und zeigt aus seiner Fantasie heraus.
Die Erwartung generiert Projektionen, erzeugt Vorstellungen, provoziert Visionen.
In der Erwartung, in der Sehnsucht ist der Moment zu finden, an dem Kunst zu wachsen beginnt.
Cristina Ohlmer, geb. 1960 in Varese/Italien, lebt in Freiburg
> 03.06.-14.08.2005
ANNA AMADIO „Gizmo’s Kiss“ im Kunstverein Freiburg
[english version see below]
Anna Amadio zählt derzeit zu den interessantesten jungen Positionen der Schweizer Kunstszene.
Ihr künstlerischer Ansatz hat sich in den letzten Jahren vertieft: Ihre Arbeiten haben den Raum erobert und überzeugen durch eine sowohl ästhetisch als auch räumliche Betonung einer Ausdrucksweise zwischen Malerei und Objekt. Dabei spielen landschaftliche wie auch urbane Referenzen eine zentrale Rolle.
Ihre Arbeiten manifestieren sich zum einen in Frottagen, zum anderen entwickelt Anna Amadio seit mehreren Jahren große Rauminstallationen. Die aus Polyäthylen oder PVC gebildeten Luftobjekte – Gebilde aus inneren und äußeren Hüllen – wirken trotz ihrer Größe leicht und beinahe schwerelos.
Anna Amadio, "GIZMO´S KISS"
Einzelne übereinander geschichtete und aufblasbare Segmente ergeben durch ihre Überlagerung komplexe Perspektiven und zeigen ihren Alltagsbezug wie in einer Art Verzögerung: Assoziationen entstehen und lösen sich gleichzeitig auch wieder auf.
Eigens für den Kunstverein Freiburg konzipiert Anna Amadio eine raumspezifische Installation, eine Art Haus-im-Haus-Objekt, das zwischen Architektur und Installation anzusiedeln ist. Im Gegensatz zu ihren früheren Luftobjekten, in denen die Künstlerin transparente Folien verwendete, realisiert Amadio eine Arbeit im Kunstverein Freiburg, für die sie mit blickdichten und poppig-farbigen PVC-Folien operiert. Anstatt durch Aufblasen der Plastik – wie früher – wird Anna Amadio durch einen Vakuumisierungsprozess die Arbeit unter Spannung halten; Raum, Energie und Farbe werden in einem engen Verhältnis zu einander stehen.
# Anna Amadio, "GIZMO´S KISS
# Anna Amadio, "GIZMO´S KISS
Konzeptioneller Ausgangspunkt dieser Arbeit waren Erfahrungen und Erlebnisse, die die Künstlerin im Rahmen ihres derzeitigen PS1-Stipendiums in New York sammelte.
Angezogen von den wieder und wieder übermalten, übertünchten New Yorker Häuserfassaden, entwickelt Anna Amadio für den Kunstverein Freiburg ein Haus im Haus, ein Objekt, das sich mit der Räumhöhe in Freiburg (neun Meter) auseinander setzt. Die Verdrängung des Ausstellungsraumes durch die ausufernden Maße des Objektes – es wird über fünf Meter hoch sein und nur noch einen Umgang freilassen – und die farbige Geschlossenheit der Oberfläche spielen mit sowohl architektonischen Momenten wie auch Assoziationen im Zusammenhang mit Interieurs.
Folgenden Sponsoren danken wir für die Unterstützung:
Brauerei Ganter GmbH & Co. KG, Freiburg
Erziehungsdepartement Basel-Stadt
Galerie Frehrking Wiesehöfer, Köln
Gebr. Becker GmbH & Co. KG, Stuttgart
Hasenkamp Service GmbH, Internationale Spedition, Frechen
International Studio & Curatorial Program (ISCP), New York
kulturelles.bl, Basel-Landschaft
Löffler KG, St. Märgen
Jörg Motzkau, Gerüstbau, Velbert
Wolfgang Plecher, Wöllersdorf
Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung
Peter Michael Schultes, Wien
Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau
Jerry I. Speyer und Katherine Farley, New York
Teppichbodenzentrum Matthias Rombach e. K., Freiburg
Andreas Wexel, ManuCraft Artservice International, Köln
Winterhalter Stahlbau GmbH, Freiburg
Für den freundlichen Support danken wir:
Markus Frehrking und Michael Wiesehöfer, Köln
Andreas Kiefer, Stuttgart
Andreas Wexel, Köln
Wulf Wössner, Freiburg
Der Kunstverein Freiburg e. V. wird unterstützt von:
Stadt Freiburg
Land Baden-Württemberg
English version:
June 03 – August 14, 2005
ANNA AMADIO “Gizmo’s Kiss“ at Kunstverein Freiburg
Artist Anna Amadio is currently considered to have created one of the most interesting new young positions on the Swiss art scene.
Over the past few years she has honed her approach to art – her work has conquered space and her chosen medium, a hybrid of painting and objects, is very impressive, with its stylish emphasis on both the aesthetic and the spatial. For Amadio, references to both the landscape and the urban milieu play a central role.
Amadio’s work consists of both frottages and large-scale installations, a preoccupation of hers for several years now. Her air-filled objects made of polyethylene or PVC – structures consisting of inner and outer sheathing – have a light, almost weightless appearance, despite their size. Individual inflatable segments are layered together, producing complex perspectives and manifesting their link with everyday life with a kind of time-lapse. Associations come to mind, only to evaporate immediately.
Anna Amadio has devised a site-specific installation specially for Kunstverein Freiburg, a kind of house-within-a-house object, a type of cross between a piece of architecture and an installation. In contrast to her earlier air-filled objects, for which the artist used transparent films, at Kunstverein Freiburg Amadio has produced a work using opaque PVC in loud colors. Instead of inflating the sculpture – as was earlier the case – here, Amadio will be using a vacuum process to maintain the tension on the work; space, energy and color will be in a close interrelationship.
The conceptional starting point for this work was the artist’s adventures and experiences over the course of a PSI scholarship in New York.
Fascinated by the repeatedly repainted and whitewashed facades of the houses in New York, Anna Amadio is creating for Kunstverein Freiburg a house-within-a-house, an object that takes issue with the height of the ceilings in Freiburg (nine meters). The intimidating effect of the object’s overwhelming dimensions on the exhibition room – it will be over five meters high and leave only one possible way around it – and the colorful uniformity of its surface will interact both with architectural elements and also with associations relating to interiors.
> 08.04.2005 - 22.05.2005
Norma Jeane "BODY PROXY" ACME Inc.
[english version see below]
# Body Proxy, ACME Inc., 2005
Das Projekt „Body Proxy“ wurde entwickelt von Norma Jeane, in enger Zusammenarbeit mit dem Kurator Giovanni Carmine und entstand über mehrere Ausstellungsstationen hinweg. Die speziell für den Kunstverein Freiburg konzipierte Arbeit ACME Inc. ist ein Teil des Projekts "Body Proxy".
Der englische Begriff „proxy” bezeichnet, sei es nun in der Alltagsprache, in der Informatik oder in der Finanzwelt, einen Stellvertreter. Ein “proxy” ist ein außenstehender Akteur, der die Besonderheiten und Funktionen eines Subjekts übernehmen kann.
Als Stellvertreter hat er die Fähigkeit und die Verantwortung – reell oder als Software –, ein bestehendes Subjekt zu ersetzen. Der Titel „Body Proxy” bezeichnet folglich ein Handlungsgebiet, ein Handlungsfeld, in welchem Norma Jeane das Ausstellungsprojekt entwickelt hat. Hier werden neuere Werke von Norma Jeane gezeigt, die man als „proxy” definieren kann: als Ausgangs- und Knotenpunkte, um über den menschlichen Körper, dessen Form und dessen Wahrnehmung im Zeitalter der information technology nachzudenken.
# Body Proxy, ACME Inc., 2005
Besondere Aufmerksamkeit wird der Tatsache geschenkt, dass der Körper sich heute paradoxerweise zu einer abstrakten Entität entwickelt. Es scheint, als ob es das Schicksal des Körpers sei, zu einer simplen Oberfläche, zu einer gestaltbaren Projektionsfläche von Wünschen zu werden – wie wenn der Körper selbst nicht schon Potenzial und Besonderheiten bergen würde.
Deshalb will „Body Proxy” eine sinnliche und intellektuelle Erfahrung für die Besucherinnen und Besucher sein, eine Einladung, wieder mit dem eigenen Körper Kontakt aufzunehmen und sich seiner Körperlichkeit bewusst zu werden. Der Körper, der im Titel angesprochen wird, ist auch der Körper der Besucherinnen und Besucher (übrigens der einzig „sichtbare” Körper im Ausstellungsraum). Keines der Werke ist nämlich ein Ebenbild, das Teile des menschlichen Körpers zeigt oder darstellt. Und doch verweist jedes Werk auf den Körper. Sie alle hinterfragen verschiedene Aspekte der möglichen Beziehungen zum eigenen Körper – und damit zur Außenwelt.
# Body Proxy, ACME Inc., 2005
Norma Jeane (die Künstlerin) wurde geboren, als Marylin Monroe (der Filmstar) starb: in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962. Dieses Datum ist von besonderer Bedeutung, da nur durch das Verschwinden des Mythos, der öffentlichen Person, die ursprüngliche Identität wiedererscheinen kann – jene private Seite, die von der Maske der Berühmtheit so lange verdeckt wurde.
Durch die Übernahme fremder Persönlichkeitsdaten, unter dem Verzicht auf ein bestimmtes Geschlecht und durch die Schaffung einer Persönlichkeitserweiterung erzeugt Norma zahllose "copy and paste"-Versionen der jeweiligen Person, innerhalb derer verschiedene Charakterzüge aufeinander treffen, sodass eine Transzendierung der Person die Folge ist. Gleichzeitig wischt die Künstlerin jede Versuchung einer Heiligenverehrung, jedes biographische Zelebrieren als eines der häufigen Übel beim Sprechen über Künstlerviten beiseite. Postmodern formuliert verfügt kein Individuum über ein tatsächlich bestimmtes authentisches Selbst. Jenem Namen, der an die wohl meistfotografierte und damit meistbetrachtete Frau in der Geschichte erinnert, stellt die Künstlerin eine vollkommene physische Abwesenheit gegenüber; daher tritt Norma Jeane niemals öffentlich auf. Sie/Er ist nämlich eine körperlose Künstlerin und deshalb auch ohne private Biographie: Norma Jeane’s Biographie reicht nicht über ihr künstlerisches Curriculum hinaus. Das bedeutet aber nicht, dass Norma Jeane keine Identität hat; ihre Persönlichkeit ist im Gegenteil multipel und letztendlich über jene Personen definiert, die an der Verwirklichung der Werke teilhaben, indem sie ihre Rolle übernehmen und als proxy stellvertretende Norma Jeanes werden.
Drei Institutionen haben für Body Proxy zusammengearbeitet: das Helmhaus Zürich (Mai-Juni 2004), das Swiss Institute-Contemporary Art, New York (Februar-März 2005) sowie der Kunstverein Freiburg. Die Unterschiede der einzelnen Ausstellungen resultieren aus einem jeweils gesetzten Fokus auf besondere Aspekte, in Verbindung mit der Gaststadt.
Die interaktive Installation ACME Inc. schließt den Werkzyklus, den die Struktur des Projektes Body Proxy bildet. Durch seine immaterielle Natur gekennzeichnet, ist ACME Inc. ein Verstärker der Töne, die durch den menschlichen Körper im Raum produziert werden. Die Töne wiederum verwandeln sich in Licht, das die Stärke und Intensität der Geräusche bis zur Blendung nachzeichnen kann, wie z.B. bei einem Schrei aus voller Kehle. Der hier entmaterialisierte Körper findet dadurch wieder eine Sichtbarkeit, die durch den Willen des Publikums – getrieben, die maximale (griech. akme) Tonaggressivität zu erreichen – bis zum Übermaß gehen kann.
ACME Inc. wurde durch den wesentlichen Beitrag von Remo Clematide, defekt AG, Andreas Peitz und das Team des Kunstverein Freiburg realisiert.
English version:
Norma Jeane “Body Proxy”, ACME Inc. ¦ Kunstverein Freiburg ¦
April 8 – May 22, 2005
The “Body Proxy“ project was developed by Norma Jeane, in close collaboration with curator Giovanni Carmine and evolved as a series of exhibitions at different locations. The work ACME Inc., which was conceived especially for the Kunstverein Freiburg forms part of the "Body Proxy" project.
The word proxy is used in everyday language, in computer science and the world of business to mean authorized representative. A “proxy” is an outsider empowered to assume a subject’s special features and functions. As a representative he has both the capacity and responsibility – as a person or as software – to replace an existing subject. Subsequently, the title “Body Proxy” describes the area of action in which Norma Jeane developed the exhibition project. On display are some of Norma Jeane’s most recent works that have a proxy function, serving to inspire and provoke reflections on the human body, its form and how it is perceived in the information technology age.
Special emphasis is given to the paradoxical fact that the body is becoming an abstract entity. It would seem to be body’s fate to be reduced to a simple interface, a modifiable surface onto which desires can be projected – as if the body itself did not represent enough potential and uniqueness.
Given this quandary “Body Proxy” seeks to be a sensual and intellectual experience for visitors, an invitation to get in touch with their own body again, and become more aware of its physical nature. The body mentioned in the exhibition title also refers to the visitors (incidentally, the only “visible” bodies in the exhibition room). Though none of the works are exact copies depicting or representing parts of the human body, each one refers to the body. They all question various aspects of our possible relationships to our own bodies – and by dint to the outside world.
Norma Jeane (the artist) was born when Marilyn Monroe (the movie star) died: on the night of August 4-5, 1962. This date is of particular significance as only through the passing of a myth, the public person, is it possible for the original identity to re-emerge – in other words the private person concealed under the mask of fame for so long. By taking over alien personality data, forgoing the definition of a specific sex and expanding the personality Norma creates innumerable "copy and paste" versions of the respective person within which various character traits collide with one other, resulting in the transcendence of a person. Simultaneously, the artist sweeps aside every attempt at saint worshipping, every biographical celebration as one of the most common evils when artist’s lives are being discussed. Expressed in Postmodernism terms, no individual has a factually defined, authentic self. The artist employs total physical absence as a form of contrast to the name of the woman who was arguably the most photographed and thus most looked-at female in history. This explains why Norma Jeane never appears in public. She/he is a disembodied artist and consequently has no private biography: Norma Jeane’s biography does not extend beyond her artistic curriculum. But that does not mean that Norma Jeane has no identity; on the contrary she has a multiple personality, which is ultimately defined through those persons involved in the realization of the works, who participate by assuming a role and becoming Norma Jeane by proxy.
Body Proxy evolved out of cooperation between the Helmhaus Zurich (May-Juni 2004), the Swiss Contemporary Art Institute, New York (February-March 2005) and Kunstverein Freiburg. The variations in the different exhibitions are a result of the different focus placed on certain aspects, and which relate to the exhibition venue.
The interactive installation ACME Inc. completes the work series forming the structure of the Body Proxy project. Owing to its immaterial nature ACME Inc. intensifies the sounds human bodies produce in space. These sounds are subsequently converted into light, which can reflect the force and intensity of the sounds – culminating in dazzling light, akin to a scream at the top of your voice. As a result, the disembodied body once again becomes visible, whereby the visibility can, driven on the will of the public to achieve the most aggressive sound possible (akme is Greek for tip, edge), don on an excessive quality.
ACME Inc. came about as a result of the considerable efforts of Remo Clematide, defekt AG, Andreas Peitz and the team at Kunstverein Freiburg.
ACME Inc., 2005
Spherical, capacitor microphones, amplifiers, analog signal converter, analog lighting console, light tension control system, light control circuits, halogen spotlights, white floor paint
> 04.02.2005 - 27.03.2005
[FLASHBACK]
Monika Baer • Hanspeter Hofmann • Martin Kasper
Svenja Kreh • Tam Ochiai • Paul Winstanley
04. Februar bis 27. März 2005
Vernissage: 04. Februar, 19 Uhr
Einführung: Dorothea Strauss
Flashback ist eine Ausstellung, die sechs Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Japan vereint und die sich auf unterschiedliche Weise mit malerischen Erinnerungsräumen auseinandersetzt. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit Hanspeter Hofmann, der bereits im vergangenen Jahr eine große Einzelausstellung im Kunstverein Freiburg realisierte.
Der Titel „Flashback“ zielt auf das Gefühl, das wir alle kennen, wenn nämlich das, was wir sehen, etwas in uns auslöst, das mit vorher erlebten Geschehnissen zusammenhängt....
# Hanspeter Hofmann o.T., 2004
120 x 100 cm
Acryl auf Leinwand, Klebefolie
Die Malereiausstellung „Flashback“ beschäftigt sich mit dem Erinnerungspotential bildhafter Strukturen. In den einzelnen Positionen erscheint auf unterschiedliche Weise “metaphorisch gesprochen“ wie ein Nachbild eines Rauschzustands eine Bildinhaltlichkeit, die wie eingeschrieben scheint. Gemeint ist damit eine weiterwirkende bildinhaltliche Ebene, auf der sich das Sichtbare auf bedingungsvolle Weise mit dem Angedeuteten verbinden. Was entsteht, ist ein signifikanter Erinnerungsraum, in dem verschiedene Zeitachsen gleichrangig nebeneinander stehen.
# Monika Baer „Jäger“, 2003
190 x 300 cm
Öl auf Leinwand
Die Berlin lebende Künstlerin Monika Baer entwickelt in ihren Bildern seit vielen Jahren eine surreal und atmosphärisch geheimnisvoll aufgeladene Welt, in der die Codes und Metaphern komplexe Sinnzusammenhänge suggerieren, die eine starke Anziehungskraft auslösen. Diese erscheint schwer fassbar, denn die surreale Bildsprache offeriert einen Blick in eine Innerlichkeit, die durch ein intensives Erleben von Fantasiewelten geprägt scheint.
# Svenja Kreh „Resolution“, 2003
250 x 465 cm
Tusche und Acryl auf Papier
Auch die in Berlin lebende Künstlerin Svenja Kreh verdichtet in ihren großformatigen Papierarbeiten eine ambivalent aufgeladene Formen- und Figurensprache, die sich einerseits kunstgeschichtlicher Zitate bedient, andererseits durch einen malerischen Prozess mehrerer Übereinander geschichteter Bildebenen wenig gesicherte „Fakten“ zu liefern scheint.
# Paul Winstanley „Nostalgia3“, 2000
162 x 192 cm
Öl auf Leinwand
Solche Fakten zeigen sich in den Arbeiten des englischen Künstlers Paul Winstanley auf den ersten Blick deutlicher, denn seine fast fotografisch getreu gemalten Räume geben zu Beginn wenig Anlass für Irritationen. Doch vertieft man sich in die zumeist lapidar erscheinenden Örtlichkeiten wie ein Flur oder ein Konferenzzimmer, so zeigt sich hier dann die Verdichtung einer fast bedrohlich wirkenden Einfachheit.
# Martin Kasper „Warroom“, 2004
150 x 300 cm
Tempera auf Leinwand
Räume als Ort einer Verdichtung von Geschichten entwickelt auch der in Freiburg lebende Künstler Martin Kasper. Auf der Basis von Zeitungsbildern zeigen seine neuen Arbeiten politisch und gesellschaftlich aufgeladene Räume wie Konferenzsäle, die Börse oder auch Kommandozentralen, also Orte, die man mit Machtpotentialen verbindet. Doch Kasper zeigt eine sich auflösenden Gegenständlichkeit, eine diffuse Behandlung von Gefahren- und Entscheidungszonen.
# Tam Ochiai o.T. (othello game), 2003
19 x 29 cm
Blei und Kreide auf PapierDer in New York lebende Künstler Tam Ochiai und der in Basel lebende Künstler Hanspeter Hofmann entwickeln beide jeweils eine komplexe Arbeit direkt vor Ort. Hofmanns großformatiges Wandbild integriert ältere und aktuelle Arbeiten, in denen er sich mit dem Verhältnis von Abstraktion und Identifikationsfiguren aus Lifestyle-Soaps beschäftigt. Eine abstrakte Formensprache korrespondiert mit einer fast süßlich wirkenden Suche nach Echtheit.
Tam Ochiais Arbeiten referieren immer wieder auf die Popkultur und das Comik-Genre. In Freiburg verbindet auch er ältere Zeichnungen mit einer großformatigen Behandlung des Themas einer zeitgenössischen Erinnerungskultur zwischen Kindheit, Comic und Sehnsüchten nach Gefühlen.
Infos zu den Künstlerinnen und Künstlern:
Baer: www.galeriebarbaraweiss.de
Hofmann www.engholmengelhorn.com; www.jamilehweber.com
Kasper: www.gallery-daeppen.com
Kreh: www.vera-gliem.de
Ochiai: www.teamgal.com; www.arndt-partner.de
Winstanley: www.galerieandreasbinder.de
Marco Polloni „Passengers“
04. Februar bis 27. März 2005
Vernissage: 04. Februar, 19 Uhr
Einführung: Pierre-André Lienhard
Auf der Galerie zeigt der in Chicago lebende Künstler Marco Poloni (*1963) zwei umfangreiche Fotoarbeiten. In diesen seriell angelegten Fotografien pendelt der Künstler zwischen Täuschung, Einbildung und Wirklichkeit.
Polonis Arbeiten – Fotografien, Videofilme oder Klanginstallationen – basieren allesamt auf der Strategie eines Ermittlers, eines Detektivs oder Reporters.
Inspiriert wurde Poloni von Michelangelos Antonionis Film „The Passenger” (so der englische Originaltitel von “Beruf: Reporter”), wo der Reporter Locke gezwungen ist, seine Umgebung lediglich durch den Sucher seiner Kamera wahrzunehmen. Das Bild kann dabei ebenso referenziell wie autonom, ebenso instabil wie autoritär sein. Wer vermag schon zu sagen, ob es sich um eine Inszenierung handelt oder um eine wahrhafte Repräsentation der Wirklichkeit. Marco Poloni spielt mit dem Vertrauen in die vermeintliche Fähigkeit des Bildes als Repräsentant der Wirklichkeit. Wenn der Künstler durch die Kamera blickt, verrückt er die Grenzen von Realität und Fiktion, Wirklichkeit und Inszenierung, indem er die Wegmarken, an denen sich unsere Wahrnehmung gemeinhin orientiert verwischt und überlagert. Es ist eine Verschiebung der Wirklichkeit in die Fiktion und umgekehrt, die Poloni unter anderem durch Bild- und Tonüberlagerungen oder Zeiteffekte erzielt. Die u.a. gezeigte Arbeit "a.k.a (also known as)" von 2002/2003 besteht aus 62 Einzelfotos eines Skripts zu einem Film, der nicht gedreht werden wird. Verfolgt wird darin eine multiple männliche Person auf ihren Wegen durch verschiedene öffentliche und private Räume zweier Großstädte: Zunehmend verdächtigen wir sie der potenziellen terroristischen Absicht.
Als visuell arbeitender Künstler unterzieht Poloni den Blick zudem selbstverständlich einer Überprüfung, indem er ihn selbst ins Spiel bringt. So bezieht er in seine Arbeit als Künstler andere Berufsgruppen, die berufsmäßig mit dem Blick zu tun haben, andere Beziehungen zum Bild mit ein. Er kombiniert ihre unterschiedlichen Darstellungsmittel: Wirklichkeit und Fiktion, Verschiebung und Unmittelbarkeit, Ton und Bild. Er inszeniert Bilder der unmittelbaren Wirklichkeit. Er baut ihnen eine Bühne, einen Rahmen, zwingt sie in einen stroboskopartigen Ablauf und überlagert sie mit vorgefertigten Dialogen. Am Ende weiß man nicht mehr sicher, ob man es mit einer Fiktionalisierung der Wirklichkeit oder mit einer Objektivierung ihres Spektakels zu tun hat.
Auszüge aus: Pierre-André Lienhard „Spiegel der Wahrnehmung. Marco Poloni und die Rolle des Blicks“, in: Never mind the Gap, 2004, Verlag für moderne Kunst Nürnberg.
www.bertold.de
