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Ausstellungsprogramm Vorschau 2010
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John Stezaker
17.09.-07.11.10
In seinen surrealistisch-dadaistischen Collagen verwendet John Stezaker (*1949 in Worcester, UK) schwarz/weiß Werbe-Fotografien von Schauspielern aus der Unterhaltungsbranche. In der Ausstellung weicht er von dieser Methode ab und präsentiert eine Serie von Plakaten unmanipulierter kommerzieller Werbeporträts weitgehend unbekannter, vergessener Schauspieler. Präsentiert im Kunstverein und auf Werbeflächen in Freiburg, werden diese Plakate in einer neuen Epoche ihrer ursprünglichen Bedeutung weiter enthoben. Obwohl die Porträts wie durch einen brüchigen Faden mit unserer postmodernen Prominenten-Kultur verbunden zu seien scheinen, könnten sie, wie Relikte, einer vergangenen Zivilisation angehören, zu der wir eine Verbindung zu knüpfen versuchen.
Zeitgleich erscheint eine Ausgabe des britischen Magazins „Mono“ gestaltet von John Stezaker.
Installationsansicht Regionale 10, 2009Foto: Marc Doradzillo
Regionale 11
26.11.10 – 04.01.11
Die Ausstellungsreihe Regionale ist seit sieben Jahren fester Bestandteil unseres jährlichen Ausstellungsprogramms. Mittlerweile sind 15 Institutionen in Basel, Elsass und Südbaden beteiligt. Im Kunstverein Freiburg werden in der Regionale 11 erneut Werke unterschiedlicher Medien von sowohl etablierten als auch weniger bekannten Künstler-innen und Künstlern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz ausgestellt. Im vergangenen Jahr war das übergreifende Thema der Ausstellung bei uns die Performance – das Konzept für die Regionale 11 steht noch nicht fest. Jedoch wird auch diese Präsentation einen spannenden Überblick über das Kunstschaffen im Dreiländereck bieten.
Sonstige Veranstaltungen
14. – 17.01.10 Tanzveranstaltung: K2-Koreografenkollektiv x-times myspace
In Planung
Frühjahr Vortrag Produzentengalerie
Sommer 2 Vorträge Kunst / Wissenschaft
Herbst Ausstellung Freiburger Galerienverbund DASSOLLKUNSTSEIN VOL.8
Konzert in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Freiburg
11. – 18.09.2010 Architektur- und Kunstreise nach Chicago
Änderungen vorbehalten
Programm Archiv 2010
"Sips and Gossips" Nr. 1
Gespräch in der Jackson Pollock Bar | Montag 07.06.2010 um 20:00 Uhr
mit Isabelle Graw, Professorin an der Frankfurter Städelschule, Hrsg. "Texte zur Kunst"
und Beat Wyss, Professor an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe
FEINT ART | 19.03. - 30.05. 2010
Richard Aldrich, Alexandra Bircken, Alistair Frost, Katy Moran
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| Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Katy Moran Untitled 2008, Courtesy Privatsammlung, © Katy Moran |
Katy Moran Sick Boy 2006, Courtesy The Mario Testino Collection, © Katy Moran |
Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Alistair Frost Okay, I see 3, no 4, no 5 things wrong with that analogy, or.....simile 2009, Courtesy Dicksmith Gallery, London, © Alistair Frost |
Alistair Frost damn it, man, do I look like I have any yellow ochre? 2009, Courtesy Dicksmith Gallery, London, © Alistair Frost |
Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Richard Aldrich Big White Cloud (for/from Sarah) 2005, Courtesy Corvi-Mora, London, © Richard Aldrich |
Richard Aldrich Chief's Hair, 2005, Courtesy Corvi-Mora, London, © Richard Aldrich |
Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Alexandra Bircken Knotenbild II + III 2009, Fine Art, Courtesy BQ, Berlin, © Alexandra Bircken |
Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo | Installationsansicht „Feint Art“, Foto: Marc Doradzillo |
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Eröffnung: Freitag, 19.03 .2010 um 19:00 Uhr
Einführung, 19 : 30 Uhr Caroline Käding
Bei den Werken der Gruppenausstellung schwingt eine gewisse Nostalgie mit, in der Weise wie der expressive Gestus eingesetzt wird. Fast könnte man meinen, die Gemälde und Skulpturen sind Zeugnisse einer vergangenen Epoche der Moderne, wäre da nicht die frische Energie, von der sie bestimmt sind. Spielerisch werden im Umgang mit der Geschichte der gestischen Sprache neue Bilder geschaffen, abstrakte Kompositionen, die die Idee eines Porträts vermitteln oder aber den Witz von Cartoons besitzen.
Richard Aldrich (*1975, USA)
Alexandra Bircken (*1967,D)
Alistair Frost (*1981, GB)
Katy Moran (*1975, GB)
Die Produzentengalerie
Vortrag von Marcel Bühler, Dr. Friedrich Kühn, Albert Keller und Christian Albers
Mittwoch, 12.05.2010 um 20:00 Uhr
Im vergangenen Jahr hat die Finanzkrise auch in der Kunstwelt ihre Spuren hinterlassen. Der finanzielle Druck hat sich nicht nur in Institutionen erhöht, sondern auch die Geschäfte der Galerien erschwert. Besonders und vor allem aber spüren Künstlerinnen und Künstler diesen Wandel und suchen nach neuen Möglichkeiten, ihre Werke kommerziell zu präsentieren. Die Produzentengalerie stellt eine dieser Plattformen dar und soll an diesem Abend vorgestellt werden.
Marcel Bühler ist freischaffender Künstler in Berlin. Er wird in seinem Vortrag die künstlerischen Aspekte einer Produzentengalerie beleuchten und diese mit seinen Erfahrungen in der Kunstwelt illustrieren.
Um eine Produzentengalerie erfolgreich zu gründen, benötigt man neben einer künstlerischen Vision jedoch handfeste rechtliche und steuerliche Kenntnisse: Dr. Friedrich Kühn ist selbstständiger Rechtsanwalt in Leipzig und wird in seinem Vortrag die allgemeinen rechtlichen Grundlagen einer Produzentengalerie als Gesellschaft bürgerlichen Rechts erläutern. Die Steuerberater Christian Albers und Albert Keller, Pfaffenweiler werden über allgemeine steuerliche Grundlagen dieser Galerieform referieren. Die drei Vortragsteile sollen im Anschluss zum inspirierenden Gespräch einladen.
mehr >
Handout RA Dr. Kühn, Rechtsformen Produzentengalerie >
Handout Christian Albers, Steuerliche Behandlung Produzentengalerie >
ALEXANDER LANER | Unter unserem Himmel | 22.01. – 14.03.2010
ohne Titel (Rorschach), 2010
© Alexander Laner
Foto: Marc Doradzillo
Eröffnung: Freitag, 22.01. um 19 : 00 Uhr
Einführung, 19 : 30 Uhr Caroline Käding
Alexander Laners (*1974 in München) Kunst untergräbt hintersinnig die ökonomisch-kapitalistische Realität. Seine oftmals motorenbetriebenen Apparate funktionieren wie Modelle für die Humanisierung der Maschine, wie sie auch deren Ruf von Unverwundbarkeit in Frage stellen können. Das Werk Plattenspieler ist ein absurder Apparat, für das ein 6-Zylinder-Motor der Mercedes S-Klasse als Antrieb eingesetzt wird, um eine Schallplatte mit Chopins Klavierkonzert Nr. 2 abzuspielen. Laner verwendet die Prinzipien der Technik auf eine Weise, die das Verständnis von Skulptur wiedererfindet und neu vorstellbar macht – industrielle Kultur und Kunst durchkreuzen sich.
Rahmenprogramm:
Samstag, 23.01. um 14 : 30 Uhr | Künstlergespräch mit Alexander Laner
Mittwoch, 27.01. und 24.02. jeweils 19 : 00 Uhr | Öffentliche Führung
Sonntag, 31.01. um 14 : 00 Uhr | KKK Familienworkshop
Montag, 22.02. um 19 : 00 Uhr | Kunstsalon mit Frank-Thorsten Moll, Leiter
der Kunstabteilung Zeppelin Museum Friedrichshafen
Alexander Laner Plattenspieler, 2005
Foto: Alexander Laner
Foto:Marc Doradzillororschach cycles
Sonntag, 21.02. um 16 : 00 Uhr | Offen für Kunst & Konzert
Improvisierte Musik in einer Performance mit den Ausstellungsobjekten
Steve Altoft – 19telton-Trompete
thwenk – Stahlsaiten & KassettenrekorderAlexander Laners Objekte und Installationen fordern zu musikalischer Auseinandersetzung heraus. Steve Altoft / thwenk begehen den Ausstellungsraum als Rorschach-Duo und realisieren das klangliche Potential der Objekte. Die Zuhörer können sich während der Performance frei in der Ausstellung bewegen.
Programm Archiv 2009
Regionale 10 | © Sans-Titre-Kim-Tae-Gon
Regionale 10
27. November 2009 bis 03. Januar 2010
Dieses Jahr jährt sich die Ausstellungsreihe Regionale zum 10. Mal. Sie hat sich aus der ehemaligen Basler Jahresausstellung entwickelt und mittlerweile nehmen an diesem trinationalen Projekt insgesamt 15 grenznahe Institutionen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz teil. Im Kunstverein Freiburg steht dieses Jahr der performative Ansatz im Fokus, welcher im weitesten Sinne zu verstehen ist. Auf unterschiedlichste Weise kommt er in Malerei, Skulptur, Video, Fotografie und Zeichnung zum Ausdruck. Teilweise sind die Werke extra für den Kunstverein konzipiert, sind works in progress, oder fordern die Besucher zu agieren auf. Handlung, Geste und Körperlichkeit sind thematisierte Bereiche. Mehrere Performances finden statt, die auf den Ort, das Ausstellungsformat und die Architektur des Kunstvereins reagieren, deren Umsetzung improvisiert ist und ein offenes Ende haben. Wie in den vergangenen Jahren wird in Freiburg die Regionale 10 in zwei weiteren Institutionen präsentiert: dem Kunsthaus L6 und dem Kulturwerk T66.
Künstler:
Anja Bergmann | Frédéric Briend | Anne Buess & Gabi Weber | Robert Cahen |Corps étranger | Claudia Eichenberger | Katja Flieger | Katharina Gehrmann | Maram & Vieux | Géraldine Husson | Tae-Gon Kim | Aleksandra Kubuschok | Raphael Linsi | Marianne Maul | Oliver Minder | Christoph Poetsch | Marion Ritzmann | Christina Rodrigo | Letizia Romanini | Elisabeth Roth | Anne-Katrin Schmid | Irene Schüller | Celia & Nathalie Sidler | Lena Maria Thüring | Annemarijke van Etten | Pedro von Wirz | Ralf Weber | Olivia Wiederkehr | Shabnam Zeraati | Johanna Ziegler | Skander Zouaoui | Micha ZweifelZu den Arbeiten in der Ausstellung:
Die Gemeinschaftsarbeit „Plakat Concours“ (2009) von Tina Z’Rotz (*1970) und Markus Schwander (*1960) besteht aus einem Plakat, das an sämtlichen an der diesjährigen Regionale teilnehmenden Institutionen platziert ist. Das camouflierte Pferd ist eine humorvolle Anspielung auf den jährlichen Kunst-Concours, wo es im Vorfeld mehr oder weniger handfest zugeht, bis die „Sieger“ – sprich die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler – von den Jurys der jeweiligen Institutionen ausgewählt sind.
In „Bodenmalerei“ (2009) isoliert Katja Flieger (*1976, D) die Codes der Markierungen aus dem Straßenverkehr und bringt sie in einen neuen Zusammenhang. Auf dem Boden aufgebracht verlieren sie ihren ursprünglichen funktionalen Zusammenhang und lassen den Innenraum zum Außenraum werden. Die Besucher, die darüber laufen, werden zu aktiven Verkehrsteilnehmern.
Anja Bergmann (*1985, CH) hat in ihrer Fotoarbeit „Why are you important?“ (2009) VIP-Besuchern vor dem Eingang der Art Basel die Frage gestellt, warum sie wichtig sind. Diese ansatzweise soziale Studie beleuchtet die vermeintliche Bedeutung von Personen, die es der Messeorganisation wert sind, besonders bevorzugt behandelt zu werden. Peinlich berührt versuchen die meisten von sich abzulenken. Ihre verbalen Reaktionen werden als Untertitel festgehalten.
In einer Mischung aus Typographie in Französisch und Persisch und Bildern präsentiert Shabnam Zeraati (*1979, F) „My imaginary friends“ (2009) – ein Projekt, das auf der Grundlage von Forschungen über das Menschliche und das Animalische in der Renaissance entstanden ist. Normalerweise schöpfen Wörter bildliche Vorstellungen, hier geschieht eine Metamorphose von Buchstaben zu Bildern. Die linguistische wird zur visuellen Präsentation.
In der Performance von Aleksandra Kubuschok (*1972, F) treffen Personen unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander. Jede von ihnen bringt einen Pressebeitrag in ihrer Muttersprache mit, die sie untereinander – jeweils für den anderen in fremder Sprache – verlesen werden. Bekannte und unbekannte Worte werden gestisch und mimisch im Tanz interpretiert und als Chiffren auf einem Textil transkribiert. Anschließend wird das Textil in der Batiktechnik gefärbt und als Resultat entsteht ein abstraktes all-ansichtiges Gemälde.
Irene Schüller (*1974, D) beschäftigt sich auf humorvolle Art mit Körperlichkeit und Befindlichkeit. Das dreiteilige Video „Bauchlauf“ (2009) zeigt im Ausschnitt den nackten Bauch einer Joggerin. Durch die Bewegung gerät der Bauch in Schwingung, und wir nehmen ihn bald losgelöst wahr: es sieht aus, als würde er mit uns sprechen. Laufschritte, Vogelgesang und Stimmen, sowie das Atmen der Joggerin untermalen das Gesehene akustisch.
„Sculpture sociale (Sozialskulptur)“ (2008-2009) von Corps étranger (*1982/1984, F) dokumentiert eine Performance, bei der sich ein in einem schwarzen Anzug bekleideter Mann flach auf dem Rücken ausgestreckt an verschiedene öffentliche Orte gelegt hat. In manchen Fotografien ist die erstaunte Reaktion der anderen Besucher vor Ort gut erkennbar. Diese einfache Handlung stört den Alltag und verändert unsere Wahrnehmung und unser Verständnis von Räumen und ihrer Verbindung zum Individuum.
Claudia Eichenberger (*1958, CH) zeigt das Werk „Überspanntes Bild“ (2008), in dem der Titel buchstäblich zu verstehen ist. Auf einem Monitor ist das Video „Das Bild überspannen“ gezeigt, in dem zu sehen ist, wie die Künstlerin ihr Werk so von der Wand nimmt, dass das Gemälde durch die Bewegung verzogen wird. Durch die Aktion wird das Bild zur Skulptur, das ebenfalls ausgestellt wird. Diese Präsentation steht im Wechselspiel zwischen Performance, Malerei und Installation.
Das Interesse von Pedro von Wirz (*1982, D) gilt den Buchstaben: er lässt sie als kleine Werkzeuge für sich arbeiten, um Gedanken zu formen. Die Wortarbeit „Oder Ich“ (2009) ist ein Bild von „Jemanden, der jemanden trägt, der jemanden trägt“. Die Wörter bilden ein Äquivalent für eine performative Aktion.
Johanna Zieglers (*1952, D) Wandarbeiten „Impulse“ und „Special Lines“ bestehen aus bereits gebrauchten Briefumschlägen; in der die Aktion des Briefe-Aufreißens wesentlich ist. In „Impulse“ hat sie solche aufgerissene Briefumschläge übermalt oder belassen, Hülle für Hülle ineinander gesteckt und Stück für Stück aneinander genäht. Jedes Fragment besteht aus einem kompletten Briefumschlag, das im Décollageverfahren zu einem neuen Gesamtbild zusammengefügt ist. Neue Strukturen, Fragmente, Verschiebungen und Veränderungen eröffnen einen Blick auf das Dahinter, scheinbar Vergangenes lebt in der Gegenwart weiter. Die Arbeit „Special Lines“ ist noch nicht abgeschlossen. Die Künstlerin erweitert diese Arbeit kontinuierlich.
Papierflugzeuge fliegen immer wieder mit der Nase gegen eine Wand – daher der Titel „Mat der Nues beilaafen (Auf die Nase fallen)“ (2009). Letizia Romanini (*1980, F) behandelt in ihrem Werk vor allem die unzählige Wiederholung einer Geste, die aufgrund der hohen Anzahl von Fliegern fast automatisch verläuft. Während des Entstehungsprozesses der Arbeit wie für die Präsentation ist die Entschlossenheit, Bestimmtheit und der Wille, es immer und immer wieder zu versuchen, grundlegend. Die Handlung der geworfenen Flieger akkumulieren zu einer Installation wie zu einem Wandbild, das aus den Spuren der Papierspitzen besteht.
Die Installation „Gemeinsames Territorium“ (2009) von Géraldine Husson (*1983, F) ist ein bewegliches, hybrides Objekt zwischen Teppich, Sitzgelegenheit und Kleidungsstück. Es thematisiert das Verständnis von Grenze und Territorium, sei es geografisch, kulturell oder geistig – ein Element, das in ihrer Kunst immer wiederkehrt. Die Besucher sind eingeladen, das Objekt selbst zu nutzen.
Das Video „Ohne Titel“ (2009) von Frédéric Briend (*1984, D) nimmt Bezug zur Action Painting auf, das in die Zeichnung überführt wird. In dem 12-minütigen Loop ist zu sehen, wie der Künstler mit einem Stift-Hut die Bewegungen seines Kopfes auf einem an der Wand befestigten Papier grafisch fixiert. Die Zeichnung als Aktionsfeld des Künstlers ironisiert eine der bahnbrechenden Bewegungen des 20. Jahrhunderts in der Kunst.
„Micha Zweifel verkauft seine Insel" (2009) beschäftigt sich mit dem Verkauf von virtuellem Land, von dem der Käufer eine Urkunde ersteht. Das Werk besteht aus ca. 300 Kaufverträgen für ebenso viele Objekte, für das der Künstler den Preis diktiert, an dem der Kunstverein Freiburg gewinnbeteiligt ist. Micha Zweifel (*1982, F) hat für diese Arbeit ein Wertesystem entwickelt, das real existierende und subjektive Wertvorstellungen vermischt.
Ralf Weber (*1972, D) lässt dem künstlerischen Entstehungsprozess von „Randomsystem“ (2009) seinen freien Lauf. Eine Schleifmaschine hinterlässt weitestgehend unkontrolliert Spuren im Granit. Unser gegenständlicher Blick assoziiert die Zeichnung wieder mit unterschiedlichen figürlichen Motiven. Im Hinblick auf die übergreifende Thematik der Ausstellung entsteht ein reales Abbild einer Zufallsproduktion, ein maschinelles Action Painting in Stein graviert.
Der Tintenfisch stößt bei Angst und Gefahr Sepiatinte aus. Oliver Minder (*1980, CH) benutzt dieses Tintendrüsensekret für eine Wandmalerei „Ohne Titel“ (2009), die er vor Ort anfertigt. In der monochromen Fläche wird das Material zum Assoziationsraum von natürlicher Materie, der seine Bedingungen und Möglichkeiten auslotet. Oftmals verbinden wir Schwarz mit Melancholie, Trauer oder Leere; der komplett geschwärzte Wandabschnitt im Doku-Raum ermöglicht, die optimale Wirkung des Materials zu entfalten.
In der Installation „208 minutes“ (2008) von Lena Maria Thüring (*1981, CH) breitet sich ein Geflecht aus kleinen schwarzen Lautsprechern über die Wände des Treppenhauses aus. Aus jedem Element erklingen abwechselnd Musikstücke unterschiedlichster Genres – ausgewählt von Gefängnisinsassen, wie die Zettel an der Wand belegen. Insgesamt setzen sie sich zu einem neuen musikalischen Klanggefüge zusammen. Es entsteht eine Art Kommunikation, die so im Gefängnis nicht stattfinden kann und einen gemeinsamen Raum mit dem Zuhörer schafft.
Treppenaufgang rechts (vom Vorraum ins Obergeschoss):
In der spielerischen Aktion „Bibalakas“ (2009) von Anne-Katrin Schmid (*1979, D) gibt es Regeln. Die Besucher erhalten beim Eintreten in die Ausstellung einen Aufkleber. Sie werden aufgefordert, aus diesen gemeinsam mit anderen Ausstellungsbesuchern ein Bild zu gestalten. Die Künstlerin dokumentiert die dabei entstehenden Bilder per Foto und Videokamera. Künstler und Kunstfreunde aus dem Dreiländereck kommunizieren so miteinander und kommen sich näher.
Tae-Gon Kim (*1971, F) hat mit „Sans titre (tente lumineuse)“ (2009) ein aus optischen Fasern bestehendes luminiszierendes Zelt realisiert, in dem Szenen entgegengesetzter Bildwelten projiziert werden. Die Besucher sind eingeladen, das Zelt zu betreten und die unterschiedlichen Bilder auf sich wirken zu lassen, die zur Kontemplation anregen.
„Françoise en mémoire“ (2007) ist das Portrait einer an Alzheimer erkrankten Schwester von Robert Cahen (*1945, F). Die großformatige Videoinstallation in Nahaufnahme zeigt eine langsame und berührende Geografie ihrer Emotionen und Gedanken. Ein neugieriger Blick, die Andeutung eines Lächelns, und wir wissen nicht, ob es eine Reaktion auf etwas ist – etwa ein Gespräch – oder der Ausdruck eines Gedankens, einer Emotion, ohne dass eine Kommunikation mit der Außenwelt stattfindet. Die Arbeit ist in Zusammenarbeit mit Neurologen entstanden und überträgt wissenschaftliche Forschungen über Gedächtnisverlust ins Künstlerische.
Dicht über den Boden gehängte schwarz-weiße Fotografien bilden zusammen mit 18 Lochkameras die Installation „Fotografie am Boden“ (2009) von Anne Buess und Gabi Weber (*1958/1959, CH). Die Fotos deuten eine fiktive Geschichte an, die sich im Laufe der Ausstellung ändert, da einige von ihnen durch die vor Ort mit den Lochkameras aufgenommenen Bilder ersetzt werden.
Christina Rodrigo (*1979, D) zeigt in „Live show“ (2009) das Fernsehen in einem poetischen Diskurs. Unser Konsumverhalten versteht es als selbstverständlich, alltägliche Gegenstände ständig durch neue zu ersetzen – Ausgedientes landet auf dem Müll und wird entsorgt. Dabei spielt das Fernsehen eine große Rolle in unserem Leben. Bilder wirken unbewusst auf uns und öffnen die Tür zu unserer Fantasie, dort wo die Grenze zwischen Realität und Irrealität verschwimmt.
Christoph Poetsch (*1986, D) beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit dem Verhältnis von einer Ästhetik der Oberfläche zu moralisch-inhaltlichen Fragen. Reibungsfläche ist dabei das menschliche, gesellschaftliche Leben, Handeln und Verhalten sowie die Erzeugung gedanklicher Räume und Handlungsmöglichkeiten durch Kunst. Die Arbeit „open end“ bewegt sich in diesem Spannungsfeld, verweigert sich dabei aber einer eindeutigen Zuschreibung im Hinblick auf Funktion und Wert der durch das Objekt generierten Situation.
Die Geschichten für die „Sozialmodelle zum Mitspielen“ (2009) von Katharina Gehrmann (*1970, D) schreibt gesellschaftliche Realitäten. Der Beisatz „zum Mitspielen“ ist ernst gemeint, der Betrachter wird zu einem weiteren Protagonisten der Bilder, indem er die Handlungsanweisungen durchführt: reden, sortieren, handeln. In der angewandten künstlerischen Zeitkritik wird der Betrachter selbst gleichermaßen zu Opfer und Täter und kann sich seinen Standpunkt selbst erklären.
Raphael Linsi (*1982, CH) überträgt mit „Friendly Fire“ (2009) einen Begriff aus dem Militärjargon in die Kunst. Der irrtümliche Beschuss eigener oder verbündeter Streitkräfte im Krieg wird neu interpretiert: die Kunst läuft Gefahr, ihr eigenes Opfer zu werden. In der Videoinstallation sieht man, wie der Künstler auf einer Paintballrange Leinwände und skulpturale Objekte mit „Marker“, d.h. Gewehren, bearbeitet. Ein Zuschauer und Helfer, der zunehmend Interesse an dem Geschehen zeigt, übernimmt mehr und mehr die Regie.
„Alte Sehnsucht“ (2009) wurde von Maram / Vieux (*1980, D) für den Kunstverein konzipiert und besteht aus zwei Performances, die den Prozess der Ausstellung verhandeln. Es geht dabei um die Sehnsucht der Künstler und die der Besucher. Dafür entsteht bereits vor der Ausstellung ein Film, der Bewegungen, Fotos und Texte aufnimmt. Während des Aufbaus und der Ausstellungszeit arbeiten die Künstlerinnen weiter und ergänzen das Filmmaterial sukzessive, das als Projektion im Raum zu sehen ist.
In der mit Grafit auf Papier gezeichneten Arbeit „Impuls, fortlaufend“ (2007) scheint Marianne Maul (*1953, D) den Titel direkt in die mehrteilige Zeichnung umzusetzen. Über mehrere Blätter zieht sich kontinuierlich ein Strang, bestehend aus kleinen und schräg gesetzten Zeichenspuren, über die eine Ebene von dunkleren, horizontalen und vertikalen Markierungen abheben. Die direkte Übertragung des Gestischen in die dynamisch abstrakte Zeichnung vereint Spontaneität mit Präzision. Von Blatt zu Blatt schreibt sich die körperliche Kraft der Liniaturen weiter, die durch die Leerräume zwischen den Blättern rhythmisiert wird.
Im Video „Vorsicht“ (2007) von Elisabeth Roth (*1984, D) versucht eine junge Frau zum allerersten Mal ihre Kontaktlinsen herauszunehmen. Geduldig greift sie sich immer wieder in ihre Augen. Am Ende sind sie gerötet und tränen. Die Kamera ersetzt einen Spiegel und dokumentiert vis-à-vis die Handlung eines alltäglichen Lernprozesses.
Annemarijke van Etten (*1941, D) zeigt in „Performance-Teppich I / II“ zwei Papierarbeiten, die anlässlich ihrer früheren Tanz- Performances „Schichten“ 1998 im Schwarzen Kloster in Freiburg entstanden sind und in „Haiku“ 2002 in Amsterdam, 2003 in Köln und 2007 in Tokio wieder verwendet wurden. An der Wand angebracht laufen sie in skulpturale Gebilde aus. Sie erinnern an die fragilen Hüllen des Körpers, für den sie ursprünglich bestimmt waren.
Die Frauen- und Männerköpfe aus „Séries des têtes“ (2009) von Skander Zouaoui (*1987, CH), manchmal fragmentarisiert oder aber mit Zusätzen versehen, drücken unterschiedliche Gemütszustände aus. Neben Köpfen mit ironisch-grotesken Anklängen wurden auch Totenköpfe oder -masken sowie eine Kultfigur in die Gruppe aufgenommen. Der Künstler setzt die Köpfe ähnlich wie Schauspieler ein, die bestimmte Rollen spielen.
Rahmenprogramm / Performances
27.11.2009, 20:00 Uhr:
Celia Sidler und Nathalie Sidler (*1983, CH) bieten in ihrer Performance „Aufschnitt auf Weiß“ während der Vernissage auf Sockeln gestapelten Aufschnitt zum Essen an. Sie weisen damit auf das individuelle Bild von jedem Stück durch die Verfremdung des Rohmaterials Fleisch hin und hinterfragen unsere heutige Nahrungsmittelproduktion und Ernährung.
29.11.2009, 14:30 Uhr:
In der Performance von Aleksandra Kubuschok (*1972, F) treffen Personen unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander. Jede von ihnen bringt einen Pressebeitrag in ihrer Muttersprache mit, die sie untereinander – jeweils für den anderen in fremder Sprache – verlesen werden. Bekannte und unbekannte Worte werden gestisch und mimisch im Tanz interpretiert und als Chiffren auf einem Textil transkribiert. Anschließend wird das Textil in der Batiktechnik gefärbt und als Resultat entsteht ein abstraktes all-ansichtiges Gemälde.
07.12.2009, 19:00 Uhr:
In einem objekt-ähnlichen, durchsichtigen Kostüm, welches gefüllt ist mit wiederum kleineren Hohlräumen durchquert die Künstlerin Olivia Wiederkehr (*1975, CH) in der Performance „Stunt No.5: Leertaste“ (2009) den Ausstellungsraum. Wie eine wandelnde, sich immer wieder verändernde Form durchforscht sie den Raum, lotet ihn mit ihrem Körper aus. Ihre Stimme hilft ihr auf akustische Weise, den Raum und seine Grenzen wahrzunehmen; diese auszudehnen oder sich von ihnen einschränken zu lassen. Die Leere zwischen den einzelnen Ausstellungsobjekten wird für sie zum bespielbaren Raum, den sie mit Stimme und Körper versucht, ganz einzunehmen.
17.12.2009, 20:00 Uhr:
„Alte Sehnsucht“ (2009) wurde von Maram / Vieux (*1980, D) für den Kunstverein konzipiert und besteht aus zwei Performances, die den Prozess der Ausstellung verhandeln. Es geht dabei um die Sehnsucht der Künstler und die der Besucher. Dafür entsteht bereits vor der Ausstellung ein Film, der Bewegungen, Fotos und Texte aufnimmt. Während des Aufbaus und der Ausstellungszeit arbeiten die Künstlerinnen weiter und ergänzen das Filmmaterial sukzessive, das als Projektion im Raum zu sehen ist.
20.12.2009, 14:30 Uhr:
Marion Ritzmann (*1978, CH) bewegt sich mit ihren Arbeiten im Bereich zwischen Installation und Performance. Ihre Ideenwelt wird aus alltäglichen Beobachtungen generiert, die in einem Bilderarchiv gesammelt und in anderen Zusammenhängen neu kombiniert werden. Sie setzt sie auf eine Weise ein, die oftmals einen Hauch von Absurdität mit sich bringt. Für die Performance im Kunstverein arbeitet die Künstlerin ortsbezogen, „The deep blue - Version II“ (2009) wird entweder in einem Brunnen vor oder im Schwimmbecken im Keller des ehemaligen Marienbads stattfinden.
Führungen
03.12.2009, 19:00 Uhr: Führung mit Caroline Käding
Vorträge im Dezember
Vortrag von Dr. Christian Schoen, Icelandic Art
Mittwoch, 02.12.2009 um 20:00 Uhr
Island ist ein Land der Extreme. Und es ist ein Land von ungeheurer kreativer Energie. Was macht die Kunstszene der nordatlantischen Insel so attraktiv? Was sind die Charakteristika ihrer Kunst? Der Kunstwissenschaftler Christian Schoen, Leiter des Center for Icelandic Art CIA.IS und Kommissar des isländischen Pavillons auf der Venedig Biennale, beleuchtet die Entstehungsbedingungen von Kunst inIsland, gibt Einblicke in die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und stellt aktuelle Positionen vor.
Dr. Christian Schoen wurde 1970 in Marburg geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Psychologie und Politikwissenschaft in Kiel und München. 2005 ging er als Direktor des CIA.IS – Center for Icelandic Art, Reykjavík. Für den isländischenPavillon auf der Biennale di Venezia war er 2007 und 2009 als Kommissar verantwortlich. Veröffentlichungen zur klassischen Kunst, zur Gegenwartskunst und zu den neuen Medien, zuletzt Icelandic Art Today (Hatje Cantz).
Künstlergespräch mit Michael Queenland
Mittwoch, 09.12.2009 um 20:00 Uhr
Michael Queenland geht in seinen Kunstwerken wie ein Archäologe vor: Er bringt Phänomene der Kultur, der Geschichte und der menschlichen Persönlichkeit ans Licht, welche die Verbindung zu ihren ursprünglichen Bedeutungen und Funktionen verloren haben. Mit den Mitteln der Skulptur, der Fotografie und der Installation verwandelt Queenland gewöhnliche Materialien und Gegenstände in Objekte von hypnotischer Kraft, in denen immer schon eine Ahnung ihres bevorstehenden Zusammenbruchs aufscheint.
Viele seiner Arbeiten spiegeln den unverlässlichen Charakter von Zeit und Sinneswahrnehmung in ihrer Funktion, zu einer Interpretation der Wirklichkeit zu gelangen. Im Rahmen eines moderierten Gesprächs und einer anschließenden Diskussion mit dem Publikum stellt Michael Queenland einige seiner Hauptwerke vor.
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Heidelberg Center for American Studies statt und ist Teil des Baden-Württemberg Seminars des HCA. Das Gespräch findet in englischer Sprache statt und wird bei Bedarf von Dr. Anja Schüler (HCA)gedolmetscht. Michael Queenland ist Stipendiat der Guna S. Mundheim Fellow in the Visual Arts, American Academy in Berlin. Er ist Träger des United States Artist Award 2006 und stellte einige seiner jüngeren Arbeiten auf der Whitney Biennale in New York 2008 aus. Seit 2007 ist er Mitarbeiter am Fachbereich für Skulptur an der Yale School of Art.
Abb.: Anna Molska / Wojtek Bakowski, Completed, 2009 (Still)
Video, 15’21'', Farbe, Ton © Anna Molska / Foksal Gallery Foundation, Warsaw COMPLETED | Anna Molska, Wojtek Bakowski
18.09. - 08.11.2009
In ihrem gemeinsamen Video befassen sich
Anna Molska (*1983, PL) und Wojtek Bakowski
(*1979, PL) mit den Gegensätzen menschlicher Isolation und Gemeinschaft, Selbstbezogenheit und Kommunikation. Auf eigens entworfenen mobilen Stühlen bewegen sich die Akteure der mehrteiligen Videoinstallation in einer ferngesteuerten Choreografie über die verlassene Landebahn eines Flughafens. In ihrer individuellen Isolation wirken die Männer „ver-rückt“ und erscheinen beinahe autistisch. Die öde Landschaft als Kulisse und der Soundtrack dramatisieren die Abgeschlossenheit des Einzelnen innerhalb der gemeinsamen Realität als Gruppe. Vergleichbar mit einem improvisierten Theaterstück wirddie Szenerie zur visuellen Metapher für Gesellschaft.
Der Film wurde produziert von der Zachęta National Gallery of Art, Deutsche Bank Polska S.A. und Deutsche Bank Foundation.
Wir danken für die Unterstützung

Ayse Erkmen Installationsansicht
Foto: Marc Doradzillo
Ayse Erkmen
Vernissage Freitag, 05.06.2009, 19:00 Uhr
05.06. - 02.08.09
Veranstaltungen
Samstag, 06.06. um 12:00 Uhr:
Mittwoch, 17.06. und 22.07. jeweils19:00 Uhr:
Öffentliche Führung
Sonntag, 28.06. um 14 : 00 Uhr: KKK - Familienworkshop
Montag, 06.07. um 19 : 00 Uhr:
Kunstsalon mit Adnan Yildiz, Kurator
Mittwoch, 22.07. von 19:00 - 21:00 Uhr:
Schreibwerkstatt mit Elvira Bleyler
BLUISH
5.6. – 2.8.2009
Kunstverein Freiburg
Ayse Erkmens Kunst entwickelt sich aus dem konkreten Ort, an den sie zu einem Ausstellungsprojekt eingeladen
wird. Der Ort kann eine Landschaft, eine Stadt oder ein Gebäude sein, immer wird auch seine Geschichte und
Bedeutung mit einbezogen. Die Werke, die entstehen, tendieren dazu entweder so in ihre Umgebung oder der
Architektur integriert zu sein, dass sie fast unsichtbare Interventionen sind, oder die Raumwirkung als Störfaktor
zu beeinträchtigen, oder aber einen Raum visuell hervorzuheben. Dass die Künstlerin in Istanbul von 1969 bis
1977 ein Studium der Bildhauerei absolviert hat, ist ihrem Werk noch heute anzumerken. Ihr dreidimensionales
Verständnis zieht sich wie ein roter Faden durch alle Medien, in denen sie arbeitet, auch in der Fotografie und im
Film. Ein weiteres Kennzeichen ist die Scharfsinnigkeit, in welcher sie ihre Ideen umsetzt, was mit einer hohen
Präzision in der Ausführung einhergeht. Selbst Werke, die von ihren persönlichen und irrationalen Ideen
bestimmt werden, setzt Ayse Erkmen absolut logisch um. Das analytische Denken lässt ihre Kunst selbstbewusst
erscheinen und macht sie über jeden Zweifel erhaben, ohne dass dabei eine spielerische Dimension verloren
geht. Obwohl das Ausgangsmaterial für ihre Arbeiten unsere Realität ist, zeigt sich in ihnen eine überraschend
unvoreingenommene Haltung. Ohne einen Funken Naivität hat sich Erkmen bewahrt, die Welt mit
unverdorbenen Augen von Kindern zu sehen.
Für die aktuelle Ausstellung im Kunstverein Freiburg hat Ayse Erkmen die skulpturale Arbeit BLUISH in Bezug auf
die Geschichte und die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes entwickelt. Dieser Gebäudeteil des ehemaligen
Marienbads entstand 1938 und beherbergte bis 1982 ein öffentliches Schwimmbad – viele Freiburger haben
hier schwimmen gelernt. Noch heute befindet sich das 25-Meter-Becken im Keller des Gebäudes und dient als
Stauraum und Werkstatt für den Ausstellungsbetrieb. Ayse Erkmen hat es im Maßstab 1:2 aus leichtem Stoff
nachbauen lassen und an Seilen hängend unterhalb der Galerie in dem heute als Ausstellungshalle genutzten
Raum installiert. Die Raumhöhe bietet dem Publikum ausreichend Platz, um unter der Installation
umherzuwandeln. Von der Galerie aus betrachtet, sehen die Besucher in die offene, schräg zulaufende Form
hinein. Für diejenigen, die nicht mit der Geschichte des Ortes vertraut sind, ist der formgebende Bezug der
Skulptur nicht unbedingt erkennbar: vom Eingangsbereich im Erdgeschoss aus betrachtet wird sie zunächst als
ein einfacher blauer Kasten wahrgenommenen.
BLUISH ist in einer Reihe von vergleichbar konzipierten Installationen der Künstlerin anzusiedeln. Als erste ist hier
Half of (1999) zu nennen, in der die Idee für eine skulpturale Arbeit aus den örtlichen Gegebenheiten und der
alltäglichen kulturellen Praxis heraus entstand. In einer Galerie in Tokio wurden direkt unter das Dach
unterschiedlich große Hohlkörper nebeneinander montiert. Diese bestanden aus handgeschöpftem
Japanpapier, das um eine Holz- und Metallverstrebung gelegt war. Das Maß der Hohlkörper bezog sich auf das
Raummaß der Galerie, das jeweils halbiert wurde, so dass fünf Quader in Größe der Hälfte, eines Viertels, eines
Achtels und so fort von der Decke hingen. Die ostasiatische Kultur des Landes begründete die Ästhetik in dieser
Installation: die Hohlkörper wurden nach dem Vorbild der Araki-Lampen des amerikanisch-japanischen
Designers Isamu Noguchi angefertigt.
Sechs Jahre später entwarf Ayse Erkmen für die Akademie der Künste in Berlin die Installation Half of Each (2005).
Auch hier hingen an der Decke dicht gedrängt fünf aus Japanpapier angefertigte Hohlkörper. Sie nahmen die
Maße von ebenso vielen damals gerade neu renovierten historischen Räumen des Gebäudes am Hanseatenweg
auf, denen jeweils die halbe Kantenlänge der realen Räume als Basis diente. Dadurch, dass die Kuben sich visuell
nicht sehr von dem Aussehen des Raumes unterschieden, entstand beinahe der Eindruck, sie seien Teil der
Architektur. Der Titel der Installation wies auf den historischen Hintergrund der Akademie, die nach dem 2.
Weltkrieg bis 1993 in der geteilten Stadt parallel in zwei unabhängigen Instituten bestand.
BLUISH ist die dritte Installation in der Reihe, gleichwohl sich das Werk von den beiden früheren bereits formal
insofern unterscheidet, als es unterhalb des Obergeschosses frei im Raum verortet ist. Von oben betrachtet,
bietet sich der Blick in die offene Form des Schwimmbeckens. Trotz der regelmäßigen gezogenen schwarzen
Spannseile im Inneren der Form, die bewirken dass die langen Seitenwände aufrecht stehen, lädt die Nähe der
blauen Bodenfläche regelrecht zu einem Sprung ins Becken ein – wie damals, als sich die mutigsten Schwimmer
verbotener Weise von der hohen Galerie ins Wasser stürzten. Darüber hinaus wirkt sich die Anbringung der
Skulptur in halber Höhe auf die Inszenierung der Installation insgesamt aus, da sie dramatisiert wird.
BLUISH ist in zwei unterschiedlichen Traditionen verankert. Zum einen gehört sie der ortsspezifischen Kunst an,
in welcher der Freiburger Ausstellungsraum den Referenz- und Bezugsrahmen für das Projekt bildet. Als Object
Trouvé wird der Raum Teil der Installation. Zum anderen steht die Installation mit der abstrakten Skulptur im
Bezug zur Minimal Art. Die geometrische Form ist auf die wesentlichen Determinanten eines Rechtecks reduziert
und so in das Verhältnis des Umraumes gesetzt, dass es die Ausstellungshalle besonders zur Geltung bringt.
Denn die schlichte Form lenkt die Aufmerksamkeit auf die raumfunktionalen und architektonischen Aspekte des
ehemaligen Marienbads. In ihrer Leichtigkeit steht sie im starken Kontrast zu der Monumentalität des Raumes,
dessen Schwere sie geradezu betont. Zudem erfüllt das Material, aus dem die Skulptur gefertigt wurde,
bestimmte Funktionen. Der Nylonstoff und die konstruktiven Elemente der Glasfaser- und Kohlefaserrohre
werden im Kite-Sport zur Herstellung von Drachen verwendet und garantieren das notwendig leichte Gewicht
von Flugobjekten. Die Skulptur, die nur mit Seilen am Galeriegeländer verschnürt ist und daher im Raum zu
schweben scheint, hat keine Funktion. Sie ist weder als Flugobjekt noch als Schwimmbecken zu gebrauchen,
jedoch eröffnen die vorhandenen Referenzen eine Erzählung über den Ort. Als leuchtender Körper wird die
Skulptur zu einem Bild, das etwas über den Raum erzählt und den Ausstellungsraum physisch erfahrbar werden
lässt. Darüber hinaus ist sie eine Art Zeitmaschine, sie verknüpft die Vergangenheit mit der Gegenwart. Als
Installation hält sie die Erinnerung an das Schwimmbad lebendig. Im metaphorischen Sinne entschwebt das
Becken dem Raum und hüllt die unter ihr stehenden Besucher in einen blauen Schatten. Er erinnert zugleich an
Wasser oder Himmel und seine Lage, so wie die Intensität, ändert sich je nach Tageszeit durch den Lichteinfall
durch das Glasdach. Treffend für die Installation ist daher der vage Ausstellungstitel BLUISH. Kein konkretes Blau
wir bezeichnet, etwa das eines mit Wasser gefüllten Schwimmbeckens oder dem des Himmels, in dem ein
Drachen schwebt. Vielmehr wird auf die unterschiedlichen Qualitäten und somit Möglichkeiten von Blau
verwiesen. Der Titel spiegelt die assoziative Kraft des Werks, das dem strengen Minimalismus wieder entkommt
und sich dem Imaginären öffnet.
Für die Ausstellung hat Ayse Erkmen mit dem Video Wet to Dry (2009) ein weiteres neues Werk geschaffen. In
dem Loop ist die Rückenansicht des Oberkörpers einer jungen Frau zu sehen. In der rechten Hand hält sie einen
Föhn, mit der linken streicht sie durch die mittellangen braunen Haare. In Echtzeit wird die Veränderung der
nassen und trägen Haarmasse hin zum luftigen und herumwirbelnden Haare festgehalten. Nicht nur wird auf die
Aktivität eines Schwimmbadbesuchs hingewiesen, zudem das Haaretrocknen für viele Menschen dazugehört.
Das Video korrespondiert ebenso mit der Idee des Wassers, das nicht länger im Schwimmbecken ist, sondern
sich in das Bild des Himmels verflüchtigt hat. Außerdem dokumentiert es den Prozess, der in der Installation in
der Spannung besteht, zwischen dem optisch schweren und statischen Eindruck der monumentalen Architektur
und der schwerelos erscheinenden Skulptur im Raum.
Scenic Overlook (2005) ist eine Projektion von landschaftlich reizvollen Ansichten unterschiedlicher Länder, die
aus einem Bildarchiv stammen. Normalerweise sind sie in Reiseprospekten oder auf Postkarten zu finden. Die
einzelnen Fotografien laden sich von oben nach unten – wie große Bilddateien auf dem Computerbildschirm –
zentimeterweise herunter. Sobald ein Motiv vollständig, im Overlook erscheint, wird die leere Projektionsfläche
wieder eingeblendet und das Spiel beginnt erneut. Im Zusammenhang der Ausstellung wird hier der
Kippmoment von der Abstraktion zum Bild festgehalten, vergleichbar mit der großen blauen Skulptur, die erst
als Schwimmbecken wahrgenommen Vorstellungen auslöst. Analog dazu wird das Verhältnis von Innen und
Außen aufgegriffen. In der Projektion wird die Grenze dafür von der scharf gezogenen waagerechten Linie
zwischen Fotografie und leerer Fläche markiert. In der Abfolge der Bildsequenzen wird die Fläche rhythmisch so
lange reduziert bis sie sich im Boden ganz auflöst und uns mit einer wandfüllenden Außenansicht konfrontiert.
Die Linie bildet den Horizont zwischen Himmel und Erde, wie in der Installation BLUISH der Boden unter unseren
Füßen der Grund ist über den sich die blaue Skulptur gegen den Himmel hin bewegt.
Ayse Erkmen (*1949 in Istanbul) wohnt in Istanbul und seit den 1990er Jahren auch in Berlin.1993 verbrachte sie
erstmals ein Jahr im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienst
(DAAD) in Berlin. 1998 hatte sie die Arnold-Bode-Professur im Fachbereich Kunst an der Gesamthochschule
Kassel inne. 2001 bis 2005 folgte eine Professur an der Städelschule Frankfurt am Main. 2002 erhielt die
Künstlerin den renommierten Maria-Sibylla-Merian Preis des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und
Kunst. Ihr Werk wurde weltweit in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Im letzten Jahr hat die
Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin Erkmen eine umfassende
Einzelausstellung gewidmet.
Foto: Marc Doradzillo
Nothing to say and I am saying it
27.03. - 24.05.09
Gruppenausstellung mit Markus Amm (D),
Karla Black (GB), Marieta Chirulescu (R), Ned Vena (USA), Cerith Wyn Evans (GB), Andrew Dadson (CA),
Sergej Jensen (DK)
John Cages berühmter Satz ist titelgebend für die Gruppenausstellung, in der die Malerei eine zentrale Stelle
einnimmt. In der Ausstellung werden mehrheitlich monochrome
Werke präsentiert, die von derselben Widersprüchlichkeit wie das Cage Zitat geprägt sind: Weitgehend leere Farbflächen besitzen potentiell Inhalte, die abwesend oder versteckt zu sein scheinen – aus etwas vermeintlich Negativem kann sich etwas Konstruktives zusammensetzen.
Der Verweis auf den Minimalismus ist in den Werken deutlich erkennbar, deren Farbmaterial besonders betont ist. Gleichzeitig deutet sich in der tiefenräumlichen Illusion auch immer der Wille, etwas verbildlichen zu wollen, an. Die Ausstellung mit überwiegend jungen Künstlern umfasst Malerei, Skulptur und Film.
Biografien der Künstler(innen) >
RAHMENPROGRAMM
Kostenlose Führungen durch die Ausstellung
Mittwoch, 22.04. um 19 Uhr: Öffentliche Führung
Mittwoch,06.05. um 19 Uhr: Öffentliche Führung
Nothing to say and I am saying it | Mittwoch 13.05.2009
Schreibwerkstatt mit Elvira Bleyler zur Gruppenausstellung im Kunstverein Freiburg
In der gleichnamigen Ausstellung sieht man auf den ersten Blick wenig unmittelbar sinnlich Wirkendes und dennoch oder gerade deshalb ermöglichen die Werke dem Betrachtenden einen intensiven Kontakt zum Wahrgenommenen und damit zu sich selbst. Das „Spiel“ der Künstler mit unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Wahrnehmungsphänomenen erleichtert die Bewusstmachung des eigenen „Ungesagten“, und genau dieses soll im Workshop zu Wort kommen, indem die Teilnehmenden ihre eigenen Assoziationen, inneren Bilder, Geschichten oder Filmen ungefiltert niederschreiben.
Da Ungesagtes immer unerwartbar und einzigartig ist, dürfen die SchreiberInnen gespannt sein auf ihre eigenen Texte.
Mi. 13.05.2009 19 – 21 Uhr
Unkostenbeitrag 5,- € / Mitglieder gratis
Anmeldungen erbeten bis Montag, den 11. Mai unter
0761 / 349 44 oder herr@kunstvereinfreiburg.de
Konzert am Mittwoch 20.05. 2009
Am Mittwoch, 20.5.2009 um 20 Uhr findet ein Konzert statt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik Freiburg,
dem Studio für elektronische Musik und Akustik (selma) und Studierenden der Gesangsklasse.
22.04. 2009, 20 Uhr, Künstlergespräch
Das Kunsthaus L6 zu Gast im Kunstverein Freiburg.
Ein Gespräch mit dem Basler Künstler und Manor-Preisträger
Kilian Rüthemann und Ines Goldbach im Kunstverein Freiburg
und anschliessend im Kunsthaus L6.
Konzert am 20.05. 2009
Am Mittwoch, 20.5. um 20 Uhr findet ein Konzert statt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik Freiburg,
dem Studio für elektronische Musik und Akustik (selma) und Studierenden der Gesangsklasse.
Kunstsalon
Montag,06.04. um 19 Uhr: Kunstgespräch mit Kathleen Rahn, Direktorin Kunstverein Nürnberg, Albrecht Dürer Gesellschaft
und Caroline Käding, Direktorin des Kunstverein. mehr >
KKK – KinderKünstlerKunst – Familienworkshop
Am Sonntag, 05.04. um 14 Uhr siehe Kunstvermittlung >
Foto Vernissage: Kami
Eine wesentliche Errungenschaft in der Kunst im 20. Jahrhundert besteht in der Verlagerung von der figürlichen Darstellung zum Objekt. Anhand von „Blue“ ist diese Verlagerung nicht nur anschaulich nachvollziehbar, mehr noch eignet sich diese filmische Arbeit als Verweis auf eine Ausstellung, deren übergreifendes Thema das potentielle Vorhandensein von Darstellungen oder Bildern in abstrakten Kompositionen, bzw. das Ausmerzen von diesen ist. In Jarmans Werk wird die Widersprüchlichkeit zwischen abstrakt-minimalistischer Farbfläche und erzählerischen Inhalt, verlinkt durch den gesprochenen Text und die Musik, assoziativ-bildlich hervorgerufen und dadurch offenkundig. In der Gruppenausstellung im Kunstverein Freiburg werden Arbeiten einer jüngeren Künstlergeneration präsentiert, die es außergewöhnlich stark ermöglichen bildliche Illusionen hinter ihrem ansonsten abstrakten Gepräge hineinzusehen und aus leeren Flächen, die Abwesenheit und das Nichts zu manifestieren, paradoxerweise etwas Konstruktives und Bildhaftes entstehen zu lassen.
Da John Cages Satz „Nothing to say and I am saying it“ diesen Widerspruch treffend formuliert, wurde er als Ausstellungstitel gewählt.
Eine phänomenologische Sicht auf die Werke in der Ausstellung steht im engen Zusammenhang zum Minimalismus. Er bildet, obwohl er paradoxerweise der Strategie gegenständlich abzubilden entgegenwirkt, das Fundament für die Werke in der Ausstellung, in denen illusionistische Räume angedeutet und sogar Bilder visualisiert werden. Daran anknüpfend besteht eine weitere historische Referenz der Werke zu Künstlern aus den 1960er Jahren wie Robert Morris und Frank Stella deren Werke keine bestimmten Motive darstellen wollten, sondern die z. B. Skulpturen schufen, für die das Material, sei es Filz, Metall oder Holz sowie die Form nur auf sich verweisen sollten. Als autonome Werke stehen sie für sich, ohne über sie selbst hinaus verweisen zu wollen. In der Malerei ist Mark Rothko mit seinen späten Werken, den sog. Schwarzen Bildern zentral. Mit diesen Bildern, die alle 1969 entstanden, hatte er seine eigene Entwicklung überwunden. Die vormals geometrischen Abstraktionen seiner architektonisch komponierten Farbflächen öffnen sich jetzt zu illusionistischen Bildräumen, die dazu anregen sie als Landschaften, leblose Mondlandschaften, wahrzunehmen, obwohl das Material der Farbe dominiert. In der Hinsicht des eigentlich unvereinbaren Gegensatzes von betonter Materialität und illusionistischen Farbräumen, die bei den Schwarzen Bildern zum Ausdruck kommen, können sie als Vergleich zu den meisten aktuellen Werken in der Ausstellung herangezogen werden.
Cerith Wyn Evans (*1958), ein ehemaliger Assistent von Jarman, zeigt den 35mm Film „Take my Eyes and through them see you...“ (2006). Bereits mit dem Titel weist der Künstler auf das individuelle Bild hin, das jeder Betrachter für sich selbst entwirft, wenn er auf die bloße weiße Projektionsfläche in Form einer Leinwand schaut. Evans verstärkt die Visualisierung der eigenen Vorstellungskraft des Betrachters in diesem Film weder durch Worte noch durch Musik – außer dem Geräusch des Filmprojektors und dem lauten Surren der Filmspule ist nichts zu hören. Zudem ist auf dem 12 minütigen Loop abgesehen von hellen Strichen oder Punkten nichts zu sehen. Da das menschliche Gehirn aber immer etwas erkennen will, suggerieren diese Zeichen auf dem Zelluloid entfernt Bilder.
Evans Werk präsentiert einen mehr konzeptuellen Ansatz über die Idee des Materials und des Mediums Film und entsprechend setzt er auch den Film als solchen ein. Durch unsere Kultur ist unsere Wahrnehmung dahingehend konditioniert, dass uns bereits die Installation auf eine Filmpräsentation hinweist. Dazu gehört der Kinoton FP 30 Projektor, die Filmspule mit dem Looper sowie die Leinwand. Ein weiterer Bestandteil sind Palmen, die dem Ausstellungsraum ein häusliches Dekor geben. Dabei handelt es sich um eine direkte Referenz zu Marcel Broodthaers, der bereits in seinem Werk „Un jardin d’hiver“ (1974) im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, mit den Palmen ironisierend mit dem Ausstellungsort Museum umgegangen ist. Nähert man sich der Leinwand in Evans Installation, wird der Betrachter nicht mit bewegten Bildern konfrontiert. Mehr noch, das Filmmaterial ist quasi undurchsichtig, da es Schwarz beschichtet ist und nur aufgrund der Abnutzung Beschädigungen aufweist, durch die punktuell das Projektorenlampenlicht fällt. Die aufblitzenden Spuren sind willkürlich gesetzt und irreversibel, sie dokumentieren primär die Zeit, da sie sich als Zeichen für die fortschreitende Zerstörung des Filmmaterials auf dem Zelluloid einschreiben. Der Abnutzungsprozess schreitet langsam aber unaufhörlich voran und irgendwann einmal wird das Schwarz zersetzt sein. In diesem selbstreferenziellen Prinzip löst das Werk, das in sich selbst die physikalischen Mechanismen des Filmmediums einer Endlosschleife reflektiert, seine Absicht ultimativ ein. Hat die transparente blaue Fläche in Jarmans Film „Blue“ ermöglicht eine Welt zu imaginieren, zielt Evans leere, weiße Leinwand darauf, eine wie auch immer imaginierte Welt zu verdammen.
Sergej Jensens (*1972) Malerei ist in seiner ästhetischen Wirkung mit dem Bild, das Evans projiziert durchaus vergleichbar, wenngleich es sich anders als das Filmmedium verhält. In dem kleinformatigen „ohne Titel“ (2008), hat er den Seidenstoff lediglich grundiert, – also Grundierung, die normalerweise nur als Material verwendet wird, um Oberflächen zu versiegeln als einziges Malmittel eingesetzt. Fast entsteht der Eindruck, dass Jensen jetzt seine Gemälde wie den Hintergrund in Bildern Alter Meister anlegt und auf die Darstellung davor verzichtet. In der unregelmäßigen Flächenhaftigkeit erzeugt das Bild jedoch gleichzeitig die Illusion von Tiefenräumlichkeit. Vor der grauen Fläche von „ohne Titel“ (2008) ruft die dynamisch aufgetragene abstrakte Form ebenfalls Tiefe hervor, wie sie als dreidimensionale Figur vor dem undefinierten Hintergrund schwebt. Schichtweise trägt Jensen die Farbe sehr dünnflüssig auf, wodurch monochrome aber nicht immer regelmäßig dichte Oberflächen entstehen. Noch vor zwei Jahren war die geometrisch abstrakte Anlage für seine Bilder charakteristisch. In ihnen hat er auf der Bildfläche unterschiedliche Stoffe zu Mustern arrangiert, stellenweise pastose Farbe aufgetragen oder aber lineare Spuren, die teilweise an Symbole erinnern, in die Leinwand gebleicht. Neben so angelegten Werken entstehen seitdem monochrome Bilder, auf denen er die Farbmittel genauso sparsam aufbringt. Die Illusion von Tiefenräumlichkeit, in der die Bildfläche als geschlossene Einheit verstanden ist, wirken seinen früheren formalistisch angelegten Collagen entgegen. Bei seinem monochromen Bild „Untitled“, (2008) beispielsweise schafft der ungleiche Auftrag des Silberpigments ein Bildfeld, das sich vom opak zum transparenten entwickelt. Manche Stellen der Leinwand sind durch die Farbe mehr verdichtet, andere nur leicht benetzt.
Dieser Moment ist auch in dem skulpturalen Werk „What to Ask of Others“ (2008) von Karla Black (*1972) vorhanden. Es besteht aus einer Klarsichtfolie, die mit Kreidestaub Gelb getönt ist. Die an zwei Punkten von der Decke herabhängende flexibel-biegsame Folie ist gewunden und geknotet und fällt entsprechend seiner weichen Materialeigenschaften. In diesem Aspekt steht das Werk den Filzobjekten von Robert Morris nahe. Aber anders als seine opaken Skulpturen, ist Blacks Werk beides: transparent und undurchsichtig zugleich. Wir können durchsehen und auch wieder nicht durchsehen. Darüber hinaus können wir aufgrund der Art wie es fällt und durch die Form, die sich ergibt, Bilder assoziieren. Das liegt daran, dass das Werk formal wie eine klassische Skulptur angelegt ist. In diesem Punkt unterscheidet es sich wiederum von Morris, dessen Skulpturen darstellende Qualitäten entgegenwirken wollen. So können wir in Blacks semi-transparenter Skulptur eine Figur hineinsehen, die verschiedenes suggeriert. Man könnte in ihr etwa eine gelbe Wolke sehen, wie sie so leicht und frei im Raum schwebt. Oder als aufgebauschte barocke Draperie, wie sie in den Gemälden von Tiepolo häufig zu finden sind. Ihre zerbrechliche Körperlichkeit erlaubt sie sogar als Metapher für einen Menschen anzusehen, zumal der subtile Titel „Was man von anderen erwarten kann“ einen Fragenkatalog der Befindlichkeit eröffnet.
Was ist Illusion, was ist Material? Bei Markus Amm (*1969) polarisiert die Spannweite der phänomenologischen Wahrnehmung extrem. Vor 2006 produzierte er vorrangig formalistische Kompositionen, wie für seine Bilder, Skulpturen oder Wandarbeiten. Seit 2006 entstehen parallel dazu Bilder die als monochrome Farbfelder angelegt sind und anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. In der Ausstellung besteht ein großer Unterschied bezüglich des Charakters der Werke, je nach dem, ob die Serie der kleinformatigen sog. Chemograms aufgrund ihres Materials oder ihrer Technik betrachtet wird. Die Brillanz der Oberfläche ist durch einen fotochemischen Entwicklungsprozess entstanden, weswegen sie auch illusionistische Wirkung besitzen. Entsprechend der Falzung der Papiere während der Einwirkzeit der Chemikalie, erinnern manche der vielteiligen Bereiche auf den dunklen Blättern isoliert betrachtet an fiktive Landschaftsansichten, die sich kaleidoskopartig aneinanderreihen. Farbverläufe und wie mit dem Pinsel aufgetragenen Spuren wiederum verschieben die Wahrnehmung auf das Material und zeigen dagegen, dass malerische Qualitäten vorherrschen, die in das Medium Fotografie implantiert wurden.
Dagegen scheinen Amms große Bilder auf den ersten Blick anti-illusionisch zu sein. Hier geht es um Malerei und es wird ganz ähnlich wie bei Jensen das Material betont. Jedoch sind die Bilder auf denen über Anthrazit-Silber Farbflächen unterschiedlich große Papierstücke montiert sind, die wiederum schichtweise mit weißem glänzenden Lack überrollt wurden, in der Technik der Collage aufgebaut. Aus der Nähe betrachtet lassen sich in der obersten Schicht Partikel, Heftklammern, Staub – Schmutz aus dem Atelier erkennen. Der dunklere Rand, durch den sich stellenweise ein Keilrahmen durchdrückt, unterstreicht den Objektcharakter der Werke. Jedoch ist es die glänzende Oberfläche der weißen, lackierten Papierstücke, die an überbelichtete Fotografien erinnern. Diese fotografisch wirkenden Flächen führen dazu, dass die materielle Substanz des Gemäldes zusammenbricht, da sie im großen Widerspruch zu der Stofflichkeit der Oberfläche steht. Hier kann erneut der Bezug zu Rothkos Schwarzen Bildern hergestellt werden, in denen das Auge die Oberfläche zwar nicht durchdringen kann, sich aber gleichzeitig in ihnen verliert. Und ähnlich widersprüchlich wie in den Schwarzen Bildern Rothkos bedient sich Amm in den Bildern mit den mittig zusammengefügten Blättern eines Tricks: die Kanten der geschnittenen oder gerissenen waagerechten Linien deuten eine Horizontlinie an und suggerieren so automatisch Tiefe. Es wird deutlich, dass Amms Bilder fotografischen und seine fotografischen Papierarbeiten malerischen Prinzipien unterliegen. In dem sich zwei unterschiedlichen Medien verschränken, werden die Erwartungen gegenüber Malerei und Fotografie hinterfragt.
Fotografische Arbeiten malerischer Qualität bilden eine umfangreiche Werkgruppe von Marieta Chirulescu (*1974). Ähnlich einer Versuchsreihe experimentiert die Künstlerin in ihnen mit dem Medium der Fotografie, obwohl sie im Wesentlichen am Computer entstehen. Auf der Mehrzahl dieser unterschiedlich großen Prints ist nichts weiter als eine grobkörnige graue Fläche zu sehen, manchmal mit verdichteten Bereichen oder in „ohne Titel (big print 3)“ (2008) steht hinter dem Grauschleier eine flächige Struktur in Rot, ansatzweise als Rechteck erkennbar. Die Ansichten wirken entweder so, als seien sie ihrer Bilder entleert worden, oder aber zu behäbig, um sich konkret zusammenzusetzen. Sie erscheinen oftmals in der Ästhetik von schlechten Drucken, auf denen nichts wirklich zu erkennen ist, die aber etwas abbilden wollten und dadurch eventuell darunter liegende Bilder denkbar machen.
Die Malerei der Künstlerin entsteht im selben Geist wie die Prints und entsprechend ist sie von derselben eigentümlichen Zurückhaltung geprägt. Wie die Schwarzen Bilder Mark Rothkos assoziieren die ungleichmäßig aufgetragenen Ölfarbräume auf der Bildfläche wie durch einen Schleier verdeckte Bilder. Was durch die helle weiße Flächen ihrer Bilder in der Ausstellung durchscheint sind Primärfarben. Als lägen Bilder unter dem Weiß, die durchzubrechen versuchen, ohne sich letztlich behaupten zu können. Dass wir in die Malerei etwas hineinzulesen versuchen liegt erneut daran, dass diese Malerei trotz ihrer Flächigkeit tiefenwirksam ist und mit den Farbspuren Illusionen andeutet. Die Zurückhaltung oder Unentschiedenheit in der Handhabung führt zu dem Eindruck, dass es am Ende egal ist, ob sich ein Bild findet oder nicht.
Ein weiterer Aspekt bei ihren Gemälden bringt wieder Rothko ins Spiel: er überklebte die Ränder einiger seiner weißgrundierten Schwarzen Bilder mit Klebeband, das er nach der Fertigstellung der Malerei, abnahm, wodurch umlaufende weiße Ränder entstanden. Chirulescu zieht manche ihrer Bilder nach der Fertigstellung erneut auf größere Keilrahmen auf. Diese Ölbilder erhalten so einen unregelmäßigen aber scharfkantigen Rand, der die bemalten Flächen vom Grund isoliert und wie bei Rothko das Bild zum Objekt werden lässt. Des Weiteren erinnert der Rand auch an den weißen Rand bei Fotografien, wodurch die Malerei als Bild hervorgehoben wird.
In Ned Venas (*1982) jüngsten Werkgruppen unterschiedlich großer Formate „Veritas“ und „Pax et Lux“ erhält die strenge kompositorische Grundstruktur durch Übermalung eine unerwartete Wendung. Sie lassen sich wegen der betonten Materialität unter dem Gesichtspunkt des Minimalismus betrachten. Ein gleichmäßig horizontales Liniennetz schmaler Streifen in Schwarz unterschiedlicher Dichte überzieht die teilweise schwarz grundierten Leinwände, auf denen Acrylfarbe per Hand aufgetragen ist. Über partiell dunklen Flächen heben sich die Streifen in manchen Werken zu den Bildrändern hin optisch ab. Noch 2007 hat Vena ähnlich angelegte Grundmuster im Siebdruckverfahren variiert, wodurch die Bilder mit ihrem gleichmäßigen Farbauftrag makellose Oberflächen erhielten. Von der vom Druckverfahren entlehnten Arbeitsweise hat er sich in den neuen Bildern abgewendet, die strenge Struktur wird in diesen richtiggehend weggemalt, das Bildmuster wird ausgelöscht. In „Untitled (Veritas #2) (2009) blickt der Betrachter in ein optisch changierendes Feld, das, länger betrachtet, anfängt zu vibrieren. Das kleinformatige „Untitled (Pax et Lux #4) (2009) dagegen erinnert in seiner durch den unterschiedlich dichten Farbauftrag hervorgerufene Schattenhaftigkeit an den schwächer werdenden Abdruck eines Bildes. Das zu den Rändern reduzierte Farbmaterial gibt dem Bild ein Aussehen, das als Metapher für ein heruntergelassenes Rollo gelesen werden könnte. Das dahinter Liegende ist verdeckt und so nur zu erahnen. Obwohl die Farbe in ihrer Beschaffenheit eher als stoffliche Substanz denn als Farbe wahrgenommen wird und die Bildoberfläche das Licht absorbiert und gleichmäßig zerstreut, öffnen sich die Bildflächen der beiden Werkgruppen zu Tiefenräumen. Allerdings verhalten sie sich ambivalent: Durch die Streifen bleibt der Blick an der Oberfläche, jedoch verhindert das Schwarz, das die Zwischenräume auffüllt, dass eine nach vorne geschlossenen Ebene wahrgenommen wird. Vielmehr öffnet sie sich zu optischen Feldern.
Dieses Wahrnehmungsphänomen ist uns von Bridget Rileys Werken bekannt. Ihre Malerei bewegt sich in dem Spannungsfeld zwischen gleichmäßigen scharfkantigen Flächenmustern und flimmernder Bewegung, was durch die streng geometrisch angelegten Kompositionen erzeugt wird. Optische Tiefe zerstört die geschlossene Oberfläche bei Riley gleichermaßen wie bei Vena. Bei ihm ist es dem schwarzen Grundton geschuldet, dass die Tiefe der Löcher unbestimmbar bleibt. Auf diese Weise entwickeln seine abstrakten Bilder eine vielfältige Wirkung des außer Kontrolle geratenen Schwarz. Auch die an den Rändern unscharfen Streifen rufen Tiefe hervor. Noch ähnlicher sind die Bilder daher Ross Bleckners Streifenbildern aus dem Beginn der 1980er Jahre. Bei Bleckner rufen die verschwommenen Felder durch die Irritation auf der Retina Tiefe hervor, zudem scheinen sie psychedelisch angereichert, als würde man sich in Trance befinden. Die Gemeinsamkeit von seiner und Venas Bildkonzeption besteht darin, dass die geschlossene Fläche zum offenen Bildraum wird.
Andrew Dadson (*1980) ist ebenfalls ein Meister der Übermalung – von Hecken, Gärten, Sperrmüllhaufen oder leeren Baugrundstücken. Für seine Fotografien bedeckt er Ausschnitte seiner Umgebung oder reale Gegenstände mit Farbe und weißem oder schwarzen Pigmentpulver, die er anschließend mit einem analogen Fotoapparat aufnimmt. Diese Werke umfassen einen zeitaufwendigen Entstehungsprozess und locken, wenn er ähnlich der Guerilla Methode von Graffiti-Künstlern in der Vorstadt von Vancouver arbeitet, interessiertes Publikum an. Die seit 2003 auf solche Weise in unregelmäßigen Abständen entstehenden Fotografien versteht der Künstler daher auch als Zeugnisse von Performances. Im Zusammenhang der Ausstellung ist bedeutend, dass der malerische Akt die Grundbestimmung der Fotografie aufbricht, die darin besteht Wirklichkeit festzuhalten. Denn durch das Übermalen wird aus der Dokumentation etwas Künstliches geschaffen, und der Ausschnitt der Realität verwandelt sich in ein Stillleben. Ein anderer diametral gegensätzlicher Aspekt zur ursprünglichen Intention des Mediums liegt darin, dass paradoxerweise die Fotos durch ihre Schwärz- bzw. Weißung eine weitgehend monochrome, wenngleich nicht gleichmäßige Oberfläche erhalten und so neutralisiert werden. Im Dunkel von „Black Bush“ (2007) heben sich die durch Licht modellierten Blätter wie helle Zeichnungen vom Schwarz ab. Durch das große Format stehen wir dem Busch wie einer großen Figur gegenüber.
In der Wachskreidezeichnung „Untitled“ (2008) geht Dadson ähnlich vor. Wie lange es dauern muss und welche körperliche Anstrengung es bedeutet eine so große Zeichnung in mehreren Lagen per Hand mit Wachskreiden anzufertigen ist leicht vorstellbar. Dass der Minimalismus in dieser Arbeit anders eingesetzt wird als in den 1960er Jahren, lässt sich in der optischen Wirkung des Objekts festmachen. Entgegen dem Gewicht der Farbe Schwarz und dem großen Volumen der dunklen Fläche, ist die Zeichnung nur an zwei Punkten entlang der oberen Kante an der Wand fixiert. Das am unteren Rand sich einrollende Blatt erhält so immense Leichtigkeit. In der geschlossen wirkenden schwarzen Fläche blitzen darunter liegende bunte Farben durch. Wer außer dem Künstler weiß, was für ein Bild vom Schwarz ausgelöscht wurde? Die Wahrnehmung der Materialität steht im Vordergrund, zumal kein individueller gestischer Duktus, sondern eine gleichförmige in kleinen Abschnitten von oben nach unten der abdeckenden Zeichenbewegungen eine anonyme Autorenschaft hervorruft. In einem gewissem Abstand betrachtet, scheint die Oberfläche wie ein Textil und erinnert dementsprechend an eine minimalistische Skulptur, etwa aus Filz von Robert Morris – so stark ist seine Dinghaftigkeit als Objekt betont. Jedoch fungiert die Oberfläche bei Dadson nicht mehr als Sehbarriere, im Gegenteil, sie ist brüchig, weswegen sie einen transparenten Charakter erhält. Auf diese Weise entsteht der Eindruck, als existiere eine Lichtquelle jenseits des Schwarz. Wie in Cerith Wyn Evans 35mm Film arbeitet sich das Licht an die Oberfläche. Es wird etwas gesagt, obwohl die Intention sein könnte, nichts sagen zu wollen.
Foto: Marc Doradzillo
Foto: Marc Doradzillo
Biografien der Künstler(innen) ab 2005
Markus Amm
Geboren 1969 in Stuttgart, Deutschland, lebt und arbeitet in Athen
Ausbildung
2005 Residency Delfina Studio Trust, London
Einzelausstellungen
2009 The Breeder, Athen
David Kordansky, Los Angeles
2008 Herald st, London
2007 Statements, Art Basel 38, Schweiz
2006 David Kordansky, Los Angeles
Breeder, Athen
2005 Herald St, London
Gruppenausstellungen
2009 A Twilight Art, Harris Lieberman, New York
2008 Never Seen Before, Deutsche Bank, Berlin
Private / Corporate V, Sammlung Lafrenz / Sammlung Daimler, Haus Huth (Daimler Contemporary), Berlin
Zuordnungsprobleme, Johann Koenig Gallery, Berlin
Le Retour, Nice and Fit Gallery, Berlin
Eine Reaktion, Galerie Jacky Strenz, Frankfurt
2007 Ballet Mecanique, Timothy Taylor Gallery, London, kuratiert von Emma Dexter
Neuer Konstruktivismus, Blielefelder Kunstverein, Deutschland (Kat)
VIER5, CAC - Centre d´art contemporain de Brétigny, Brétigny s/Orge
Blind Date Istanbul, Sakip Sabanci Müzesi/Museum, Istanbul
Very Abstract & Hyper Figurative, kuratiert von Jens Hoffmann, Thomas Dane Gallery, London
lines, squares and cubes, Produzentengalerie, Hamburg
Stuff: International Contemporary Art from the Collection of Burt Aaron,
Museum of Contemporary Art Detroit, Detroit, MI, USA.
2006 Ink Toy Afinitas, Cereal Art, Philadelphia
More the Meets the Eye, Deutsche Bank Sammlung, Wanderausstellung (Kat)
Dereconstruction, kuratiert von Matthew Higgs, Gladstone Gallery, New York
The Figs Play Fox Dead, David Kordansky, Los Angeles
West London Projects mit Yesim Akdeniz Graf, London, kuratiert von Christiane Schneider
2005 William Blake & Sons, Lewis Gluckman Gallery, Cork, Irland
Group show, Tanya Bonakdar, New York
Meet You at The Corner, Fortescue Ave, London
Inaugural, Herald St, London
Herald St and The Modern Institute Present, GBE, New York
Liquid Soft Lightning touch, Doggerfisher, Edinburgh
Karla Black
Geboren 1972 in Alexandria, Schottland, lebt und arbeitet in Glasgow
Ausbildung
2002-2004 Masters Degree in Fine Art, Glasgow School of Art
1999-2000 Master of Philosophy (Art in Organisational Contexts), Glasgow School of Art
1995-1999 BA (Hons) Fine Art, Sculpture, Glasgow School of Art
Einzelausstellungen
2009 Mary Mary, Glasgow
Migros Museum, Zürich (Mai)
Modern Art Oxford, Oxford (Sept.)
Inverleith House, Edinburgh (Nov.)
2008 West London Projects, London
Catch This: New Works from the Arts Council Collection, Longside Gallery, Yorkshire Sculpture Park
Galerie Gisela Capitain, Köln
Contemporary Scottish Art: New Acquistitions & Loans, Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh
2007 IBID Projects, London
2006 Galerie Sandra Buergel, Berlin
Mary Mary, Glasgow
Outpost, Norwich
Have Him Be Her, Broadway 1602, New York
Gruppenausstellungen
2009 Dont Expect Anything, Galleria Francesca Minini, Mailand
Black Hole, Kunsthalle Andratx, Mallorca
2008 Brussels Biennial, Brüssel
Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg – kuratiert von Heike Munder
Wollust – the presence of absence, Columbus Art Foundation, Leipzig
Strange Solution, Art Now, Tate Britain, London
Stuart Shave/Modern Art, London
2007 Ultramoderne, Hall Paul Wurth, Luxemburg
What Remains, Lambretto Art Project, Mailand
Poor Thing - Karla Black / Robert Breer / Martin Heldstab / Knut Henrik Henriksen / Dagmar Heppner / Karin Hueber / Ian Kiaer / Kilian Rüthemann, Kunsthalle Basel
Open Space presentation (Mary Mary), Art Köln
Special Presentation, Broadway 1602, New York
Untitled - Works on Paper, Art: Concept, Paris
Planting the tele, (group show curated by Hayley Tompkins), Mary Mary, Glasgow
2006 Karla Black / Sally Osborn / Sue Tompkins, Flaca, London
Karla Black / Dean Hughes / Duncan Marquiss / Jonathan Owen / Hanneline Visnes, Doggerfisher, Edinburgh
2005 Pilot 2, London
Like It Matters, CCA, Glasgow
Exile, New York is a Good Hotel, Broadway 1602, New York
Not Yet Night, Studio Voltaire, London
Karla Black / Babak Ghazi, S1 Artspace, Sheffield
Marieta Chirulescu
Geboren 1974 in Sibiu, Romania, lebt und arbeitet in Berlin
Ausbildung
1998 – 2004 Studium an der Academy of Fine Arts Nürnberg, Deutschland, Prof. Rolf-Gunter Dienst
2001 – 2002 Magyar Kepzömüveszeti Föiskila, Prof. Dora Maurer, Budapest (Hungarian University of Fine Arts, Budapest)
Einzelausstellungen
2008 Dicksmith Gallery, London
Ulla Rossek / Marieta Chirulescu, samsa project room , Berlin
Im Lichte milder Verklärung, Galerie Kienzle+Gmeiner, Berlin
2007 Fade to Grey, bell street project space, Wien
Die Dinge, die wir nicht wissen – wir wissen sie nicht., Galerie Sima, Nürnberg
Finish, ehem. Autohaus Tschernitz Karlsruhe
2005 Malerei, Kohlenhof, Kunstverein Nürnberg
Ein Koffer in der Nacht, Galerie Clara-Maria Sels, Düsseldorf
Kunststudenten stellen aus 17. Bundeswettbewerb, Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Auszeichnungen
2008 Kunstfonds Stipendium, Bonn;
2006 DAAD-Stipendium für Bukarest / Rumänien
Andrew Dadson
Geboren 1980 in White Rock, British Columbia, Kanada, lebt und arbeitet in Vancouver
Ausbildung
1999 – 2003 Emily Carr Institute of Art and Design
BFA: major in media studies
1998 – 1999 Kwantlen College
Einzelausstellungen
2009 Galleria Franco Noero, Turin
2007 Evening all afternoon’, Charles H.Scott Gallery, ECIAD, Vancouver, BC
Galleria Franco Noero, Turin
2005 ‘Aforementioned’, Helen Pitt Art Gallery, Vancouver, BC
Gruppenausstellungen
2009 ‘Flower Power’, CRAA Villa Giulia, Verbania
‘Enacting Abstraction’, Vancouver Art Gallery, Vancouver BC
2008 'Are you allright? You look so... orange', Erik Steen Gallery, Oslo
‘The tree: from the sublime to the social’, Vancouver Art Gallery
2007 ‘Street Scene’, Murray Guy Gallery New York, New York, kuratiert von Lee Plested
2006 Charles H. Scott Gallery, Pardon Me, Vancouver, British Columbia
Republic Gallery, Prologue 1, Vancouver, British Columbia
2005 Saidye Bronfman Centre for the Arts, Pardon Me, Montreal, Quebec
Power Plant Gallery, dedicated to you, but you weren’t listening, Toronto
Sergej Jensen
Geboren 1973 in Maglegaard, Dänemark, lebt und arbeitet in Berlin
Ausbildung
Studium bei Prof. Thomas Bayrle an der Städelschule, Frankfurt am Main
Einzelausstellungen
2008 Konsthall Malmö
Sergej Jensen – Henrik Olesen, Pinakothek der Moderne, München
Pictures and Paintings, Anton Kern, New York
Pictures and Paintings, Galerie Neu, Berlin
2007 Douglas Hyde Gallery, Dublin
2006 La chambre de la peinture, White Cube, London
Nature and Nothing, Galeria Fortes Vilaça, São Paulo
2005 Paintings, Anton Kern Gallery, New York
Bad Dreams, Patrick de Brock Gallery, Knokke
Gruppenausstellungen
2008 Terms and Conditions, De Ateliers, Amsterdam
Review, Galerie Neu, Berlin
No Information Available, Gladstone Gallery, Brüssel
The Art of the Real, Oud Vliegveld, Oostende
Painting Now and Forever, Part II, Greene Naftali Gallery und Matthew Marks
Gallery, New York
Boxer, Literaturhaus Frankfurt
Rauschende Gäste. Die Sammlung Rausch und die Städelschule zu Gast im Hotel
Marienbad, KW Institut für zeitgenössische Kunst, Berlin
Une Saison à Bruxelles, Dépendance, Brüssel
MD 72, Mehringdamm 72, Berlin
2007 Helmut Draxler: SHANDYISMUS..., Kunsthaus Dresden
Von Bill Viola bis Aernout Mik, Hamburger Bahnhof, Berlin
IT TAKES SOMETHING TO MAKE SOMETHING, Portikus, Frankfurt
Albrecht Schnider, Rebecca Morris, Sergej Jensen, Grieder Contemporary, Küstnacht bei Zürich
Filaturen, Sies + Höke Galerie, Düsseldorf (kuratiert von Bettina Klein)
Made in Germany, Sprengel Museum, Hannover
Josef Strau und Galerie Meerrettich, Vilma Gold, London
Dekade 1993 – 2007, ein Projekt von Dirk von Lowtzow, Open Space, Art Köln,
Stand: Galerie Neu / Galerie Buchholz, Köln
Conditions of Play, The Moore Space, Miami
Very Abstract and Hyper Figurative, Thomas Dane Gallery, London
Tension; Sex; Despair – Aber hallo/na und, WUK Kunsthalle Exnergasse, Wien
2006 Under Pressure, Art:Concept, Paris (kuratiert von Bill Cournoyer)
FASTER! BIGGER! BETTER!, ZKM, Karlsruhe
Momentum 2006, Momentum – Nordic Festival of Contemporary Art, Oslo
Von Mäusen und Menschen, 4. berlin biennale für zeitgenössische kunst, Berlin
Down By Law, ein Projekt der Wrong Gallery für Whitney Biennial, New York
Optik Schröder. Werke aus der Sammlung Schröder, Kunstverein Braunschweig
Infinite Painting, Villa Manin Centre for Contemporary Art, Codroipo
A reverie interrupted by the police, Galeria S.A.L.E.S., Rom
Implosion, 10 Years Anton Kern Gallery, New York
Delete / How to Make a Perfect Ghost, Anton Kern Gallery, New York (kuratiert von Michael Clifton)
2005 Nolens Volens, Galerie Neu, Berlin
IN CONCERT, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main
Mallorca Open, Centro Cultural Andratx, Mallorca
Artis, Niederlande
Ned Vena
Geboren 1982 in Boston, MA, USA, lebt und arbeitet in Brooklyn, N.Y.
Ausbildung
School of the Museum of Fine Arts, Boston
Einzelausstellungen
2008 untitled, Galerie Gebr. Lehmann, Berlin
Ned Vena, Cohan and Leslie Gallery, New York
2007 Untitled (Perfect Lovers), BC Project Room, Brooklyn, NY
Gruppenausstellungen
2008 Blue Sky, Galerie Gebr. Lehmann, Dresden
Cube Passerby, kuratiert von Gavin Brown and Michael Caputo, New York, NY
B Seite, Galerie Gebr. Lehmann, Berlin
psych!, Galerie Dennis Kimmerich, Düsseldorf
back to black. schwarz in der aktuellen malerei, kestnergesellschaft, Hannover
2007 Untitled (Perfect Lovers), BC Project Room, Brooklyn, NY
Ilya Lipkin, Sean Raspet, Ned Vena, Cohan and Leslie, New York
Selections from the Permanent Collection, BC project Room, Brooklyn, NY
2006 Attic, Anton Kern Gallery
Cerith Wyn Evans
Geboren 1958 in Wales, lebt und arbeitet in London
Ausbildung
1980 Abschluss bei St Martin’s School of Art, London
1984 MA, Film and Video, Royal College of Art, London
Einzelausstellungen und Filmvorführungen
2008 Cerith Wyn Evans, Galpão Fortes Vilaça, Sao Paulo
…visibleinvisible, MUSAC, Leon
Cerith Wyn Evans, Galerie Neu, Berlin
2007 Socle Du Monde, Daniel Buchholz, Köln
Remote Viewing, CCA Kitakyushu Project Gallery, Kitakyushu
Futa Omote (double face), Taka Ishii, Tokyo
Bubble Peddler, Kunsthaus Graz, Graz
Signatures of the Invisible, White Cube, London
2006 Cerith Wyn Evans, Kunstbau Lenbachhaus, München
Take my eyes and through them see you, Institute of Contemporary Arts, London
…in which something happens all over again for the very first time, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris/ARC, Paris
The Curves of the Needle, White Cube, London
2005 The Sky is Thin As Paper Here, Kunsthaus Graz - BIX Media Façade, Graz
Eaux d’artifice (after K.A.), The Conservatory, Barbican Centre, London
Once a Noun, Now a Verb…, Galerie Neu, Berlin
299792458m/s, BAWAG Foundation, Wien
Gruppenausstellungen
2008 Fade In / Fade Out, Bloomberg Space, London
Peter Saville Accessories to an Artwork, Paul Stolper, London
Frieze Art Fair, Regents Park, London
Endless Sphere, Center for Contemporary Art, Ukraine
Punk. No One is Innocent, Kunsthalle Wien, Wien
[SCENE MISSING], Galerie Thomas Schulte, Berlin
[SCENE MISSING], Georg Kargl Gallery, Wien
Always Begins by Degrees, The Common Guild, Glasgow
In The Beginning, University Art Gallery, UC San Diego, Kalifornien
Martian Museum of Terrestrial Art, Barbican, London
Voice and Void, The Aldrich Contemporary Art Museum, Ridgefield
You Dig The Tunnel – I’ll Hide The Soil, White Cube Hoxton Square and Shoreditch Town Hall, London
Typed, Sadie Coles HQ, London
Voice and Void, Galerie im Taxispalais, Innsbruck
Leigh Bowery, Kunstverein, Hannover
Everstill, Casa-Museo Federico Garcia Lorca, Granada
The Wizard of Oz, CCA Wattis Institute for Contemporary Art, San Francisco, Caölifornien
Yokohama Triennale, Yokohama, Japan
Peter Saville Accessories to an Artwork, Paul Stolper Gallery, London
2007 Ian Hamilton Finlay & Cerith Wyn Evans, Ingleby Gallery, Edinburgh
Sculpture in the Close, Jesus College, Cambridge
The Projection Project: Budapest episode, Műcsarnok Kunsthalle, Budapest
Panic Attack! Art in the Punk Years, Barbican Art Gallery, London
Before the advert of radio astronomy, Kunsthaus Bregenz, Bregenz
This is the love of these, Magazin 4, Bregenz
Romantic Conceptualism, Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg ; BAWAG Foundation, Wien
The Secret Public: The Last Days of the British Underground 1978-1988, Institute of Contemporary Art, London,
Pale Carnage, Arnolfini, Bristol; Dundee Contemporary Arts, Dundee
2006 All Hawaii entrées / Lunar Reggae, Irish Museum of Modern Art, Dublin
How To Improve The World, Hayward Gallery, London
'Nach Rokytnik', Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Wien
Thank you for the music (London Beat), Sprüth Magers Lee, London
The Expanded Eye, Kunsthaus Zürich, Zürich
Stage of Life-Rhetorics of Emotion, Lenbachhaus, München
Tate Triennial 2006: New British Art, Tate Britain, London
2005 Flourish, Moravian Gallery, Brno, Tschechische Republik
Thank you for the music, Sprüth Magers Project, München
Light Art from Artificial Light, ZKM, Karlsruhe
Pasolini E Roma, Museo di Roma, Trastevere
9th International Istanbul Biennial, Istanbul Foundation for Culture and Arts, Istanbul
Seoul Film Festival, Seoul
London in Six Easy Steps, ICA, London
The Vanity of Allegory, Deutsche Guggenheim, Berlin
I Really Should…, Lisson Gallery, London
Summer Exhibition 2005, Royal Academy, London
Bidibidobidiboo: La Collezione Sandretto Re Rebaudengo, Palazzo Re Rebaudengo, Piazza del Municipio, Guarene d’Alba. Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin. Cavallerizza Chiablese e Salone delle Guardie, Turin.
Light Lab, MUSEION, Bozen
Can Buildings Curate, AA School of Architecture, London
Ice Storm, Kunstverein München, München
I’d Rather Jack, National Galleries of Scotland, Edinburgh
E-Flux Video Rental Store, KW Institut für zeitgenössische Kunst, Berlin
Ellen Cantor, Cerith Wyn Evans, Prince Charles Cinema, London
Anthea Hamilton 23.01. - 15.03.2009
Ausstellungsansicht Kunstverein Freiburg, Anthea Hamilton
Turnhalle, 2009, Courtesy the artist and IBID Projects, London.
Foto Marc Doradzillo
Anthea Hamilton bedient sich wie selbstverständlich einer Vielfalt an Quellen. Dazu gehören kunsthistorische Verweise triviale Alltäglichkeiten, geschichtliche Ikonen wie auch autobiografische Bedeutungsträger. Sie kreiert Environments, die uns vertraute Umfelder nachstellen: Turnhallen, Fernsehstudios, Schwimmhallen – Orte, in denen besondere Kleidung und eingeübte Bewegungsabläufe die Regel sind. Für den Kunstverein hat Anthea Hamilton mit „Gymnasium“ (Turnhalle) eine raumgreifende Installation entwickelt, in der Elemente zum Agieren einladen. Mittels Geräten, Mobilees, Barrieren und Wand-Tableaus werden die Besucher nicht nur visuell, sondern auch physisch durch das dreidimensionale Bild dirigiert.
Künstlergespräch: Samstag, 24.01.2009 um 14:30 Uhr
Mi, 11.02. um 19:00 Uhr Führung (Sabine Becker)
So, 22.02. um 14:00 Uhr KKK - Familienworkshop
Mi, 04.03. um 19:00 Uhr Führung (Caroline Käding)
23.02. um 19:00 Uhr (Rosenmontag!)
Kunstsalon mit Felicity Lunn und Caroline Käding
Ausstellungsansicht Kunstverein Freiburg, Anthea Hamilton
Turnhalle, 2009, Courtesy the artist and IBID Projects, London.
Foto Marc Doradzillo
Programm Archiv 2008
Regionale 9 | Foto: Marc Doradzillo
Regionale 9
28. November 2008 – 4. Januar 2009
Als Höhepunkt des regionalen Kunstschaffens zeigt der Kunstverein Freiburg jedes Jahr zu Weihnachten unterschiedliche Arbeiten von KünstlerInnen aus dem Dreiländereck (Deutschland, Frankreich, Schweiz). Dieser grenzüberschreitende Anlass bietet regionalen Kunstschaffenden aller Altersgruppen eine Möglichkeit,
in 14 Kunstinstitutionen in Basel, Südbaden und dem Elsass auszustellen. Aus den 600 eingereichten Bewerbungen in 2007 wurden über 250 Werke von Fachjurys ausgewählt. Die Regionale ist somit nicht nur Spiegel für das schöpferische Potential der Region und ihrer kulturellen Diversität, sondern auch Plattform für den Austausch zwischen Kunstschaffenden, Kulturinstitutionen und kunstinteressiertem Publikum.
Bei der Wandinstallation empty zones, 2008 hat Laurent Bechtel alle Gebiete einer Weltkarte in kleine Teile gleicher Größe geschnitten, die alle den Umriss der Landkarte Frankreichs besitzen. Auf der Wand befestigt verlieren die kleinen Gebiete ihren Zusammenhang und nehmen so neue Identitäten an. Es ist ein Spiel in dem Grenzen, Farben und Formen ihre ursprüngliche Bedeutung aufgeben und in der Weise, wie sie arrangiert sind erinnern sie an einen Insektenschwarm, der sich in der Raumecke niedergelassen hat.
Marie Paule Bilgers kombiniert in ihrem Werk Fleurs de pommiers (N° 2), 2008 Fotografie und Malerei auf Plexiglas. Diese Technik suggeriert zum einen die Transparenz des Motivs, zum anderen ermöglicht es der Künstlerin eine Rückbesinnung auf die klassische Malerei. Die fragile Materialität der Apfelblütendarstellung kommt durch den gläsernen Grund und die Lichtbrechung darin zur Geltung.
Die Serie Verwandlung, 2008 von Celia Brown basiert auf der physikalischen Erkenntnis, dass wir nur fünf Prozent der dunklen Materie des Universums erfahren können. Die Zeichenfelder halten die sichtbaren Zwischenräume der nicht fassbaren Materie fest, und werden durch Verspiegelungen fortgeschrieben. Der Betrachter ist verunsichert, ob es sich um sehr kleine oder sehr große Wahrnehmungsfelder handelt.
Bruno Bürgin malt seine Landschaften, 2008 auf kleinformatige Holztäfelchen. In der Farbigkeit beschränkt sich der Künstler auf nur einen Grundton. Kombiniert mit der gestischen Malweise wirken die kleinen Landschaftsausschnitte abstrakt sphärisch.
Audrey Canales animiertes Video, Mr. Moonlight, 2008 zeigt die Person Adrien Moerlen, die eine Verwandlung durchlebt. Die Geschichte spielt im Weltall und unter Wasser, beides dem Menschen ferne Lebensorte. Die Künstlerin spielt symbolisch mit den Begriffen der Metamorphose und Fremde, sie fragt, in wie weit wir über Unbekanntes urteilen.
Die Skulptur Komet, 2008 ist ein Ensemble von Rauchquarzen, die auf einem Podest mit dynamischen Beinen präsentiert werden, die an ein Konstrukt russischer Futuristen erinnern. Die kristalline Struktur der tragenden Beine ruft Bilder an Tentakeln oder den Schweif eines Kometen hervor. Die zweite gezeigte Arbeit von Urs Cavelti Stein Fliege, 2008 wird an der Wand befestigt und ist ein Zitat der Skulptur in Miniatur.
Gulli, 2008 ist Teil des Langzeitprojekts „Brunnen“. Das Künstlerduo Copa & Sordes dokumentiert seit 1999 den Brunnen am Wolkenhof (Murrhardt) zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten in Form von Videostillleben. Bei der im Eingangsbereich der Ausstellung platzierten Bodenprojektion fällt der Blick, teils durch ein Gitter verdeckt, nach unten in einen Schacht. Wasser rinnt und verschwindet irgendwo. Je nach Lichteinfall reflektiert die Wasseroberfläche die vorüberziehenden Wolken, ist transparent oder unergründlich schwarz.
Die Skulpturen Matrix, 2008 reflektieren ein großartiges Phänomen der Natur: Durch einen rekursiven Prozess werden unendlich viele neue Formen geschaffen. Ausgehend von dem regelmäßig strukturierten Material gestaltet ldikó Csapó durch Verformen komplexe Muster.
Das Ornament dient Simon Czapla als Vorwand für die Malerei. Zitate der Kunstgeschichte nehmen wie die Figur Hai, 2008 einen Teil im ornamentalen Dickicht der buntfarbigen Komposition ein. Ikonenhafte Überhöhungen und die Wiederholungen von scheinbar bekannten Kürzeln schaffen dabei auf dem Querformat einen Dialog der einzelnen Bildelemente untereinander.
Die gezeigten Arbeiten aus der Serie Ruins in Reverse, 2008 von Walter Derungs muten wie überarbeitete Negative an. Durch verschiedene Eingriffe und Manipulationen beim Vergrößern und Entwickeln in der Dunkelkammer wird aus einer Fotografie großstädtischer Architektur ein emotional aufgeladenes Ein-Bild-Drama, das einen sezierenden Blick auf die sonst alltäglich übersehene Realität setzt.
Coober Pedy, 2007 ist ein kleines Opalminenstädtchen in der Wüste Südaustraliens. Das ausgestellte Werk von Stephan Dietrich & Seraphine Kauss ist ein Teil der Fotoserie mit dem gleichnamigen Titel. Coober Pedy ist ein Unort. Eine höchst surreale, karge und seltsamerweise doch äußerst kreative Atmosphäre prägt den ganzen Ort.
Die zweiteiligen Arbeit aus der Reihe DEAD FUNNY II, 2008 setzt sich mit dem Archetypen des Clowns und der Komik an sich auseinander. Die beiden unterschiedlichen Medien, Fotografie und Video, werden über den Protagonisten des Clowns, dargestellt vom Performancekünstler und Schauspieler Jo Dunkel, zu einer Geschichte verbunden – die Herstellung von Pech zur Abdichtung eines Bootes.
Sandra Eades nahm bei ihren Winterspaziergängen an der Spree eine Reihe von Fotos auf, die sie in der Serie Spreescapes mit Malerei, Fotografie und Zeichnung zu Werkblöcken kombiniert. Die Arbeit Spreescapes Nr. 16, 2008 bildet mit den rosa Farbblöcken eine stilvolle Komposition.
Daniela Ernis Leidenschaft besteht aus der Auseinandersetzung mit dem Bildmaterial. In dem intimen Bild ohne Titel, 2008 führt es zu der außergewöhnlichen Technik der Pinselätzung auf Papier, die zwei Schattengestalten in reduzierter Form erkennen lässt.
Myzel, 2008 setzt sich aus 46 kleinformatigen, dreidimensionalen Einzelarbeiten zusammen, die aus bearbeiteten Pappkisten, Linienzeichnungen aus Graphit, Lack oder Winkelschleifer sowie gestrickten Geweben bestehen. In ihrer Anordnung reagieren Ariane Faller und Mateusz Budasz auf die jeweilige Raumsituation. Im Kunstverein an den Säulen installiert, winden sich die Elemente wie ein pilzartiges Geflecht in die Höhe.
Die neunteilige Arbeit ohne Titel, 2008 von Manuel Frattini ist als Versuchsgelände zu verstehen, das Möglichkeiten für Bilder erschließt und Strukturen offen legt. Die Präsentation als Ensemble verweist auf die Zeitstruktur von Bildender Kunst, da das zeitliche „Nacheinander” bei der Herstellung einem „Miteinander“ in der Vorstellung und Erfahrung entspricht.
Die Zeichnung Teppich, 2008 ist mit Silberstift auf einem mit Gouache grundiertem Papier entstanden. Diese besondere Technik gewährt feinste Zwischentöne bildlich Festzuhalten und steht in einem Bezug zur Fotografie. Andreas Frick interessiert dabei der Moment des Übergangs, indem ein Bild sich auflöst und verschwindet, um in einen andern Zustand überzugehen.
Ulrike Gerst dienen die auf ihren Reisen gemachten Eindrücke, die sie fotografisch festhält, als Ausgangspunkt für ihre künstlerische Arbeit. Das Gemälde ohne Titel, 2007 gehört zu einer Serie über das alte, ehemals renommierte Hotel in Riga mit seinen endlos langen Fluren, Polstergruppen und Restaurants. Wie die anderen Bilder der Serie wird dieses von einer kühlen, anonymen Atmosphäre bestimmt.
Esther Glücks Schnakeln, 2005 sind fragile Papierschnitte von überdimensionalen Schnaken, die mit Stecknadeln an die Wand gepinnt werden. Durch den Abstand von Papier und Hintergrund erwachen die Insekten zu neuem Leben – im Luftzug vibrieren ihre filigranen Beine.
Das Interesse von Daniel Göttin gilt der visuellen Spannung der Arbeiten in sich selbst und zugleich ihre Wirkung und Ausstrahlung auf die Architektur des bestehenden Raums. Für die Installation ohne Titel, 2008 im linken Treppenaufgang des Kunstverein Freiburg überzieht er die Wände mit einem unregelmäßigen Gitternetz von Linien. Das Geflecht nimmt die linearen Gefüge der speziellen Wandgliederung des Marienbads auf.
Bei der Wandarbeit ohne Titel, 2008 greift Tanja Goetzmann einfache räumliche Perspektiven und traditionelle raumgestaltende Muster auf, die sowohl in Wand- als auch in Bodengestaltungen häufig vorkommen. Das Material der Wandapplikation sind Zeitungsfotos, die seit mehreren Jahren nach verschiedenen Aspekten und Themen, sowie auch nach Farben sortiert, archiviert werden.
Die Arbeit Module 1, 2008 besteht aus Dachlattenresten. Diese verbindet Alexander Habisreutinger durch eine Verzapfung miteinander, so dass die Skulptur Stück für Stück wächst. Ein dichtes Gebilde entsteht, das sich langsam über das Geländer in den Raum zu winden scheint.
Shanghai, 2008 ist eine Nitrofrottage-Collage, die Andrea Hartinger mit Fotos von ihrem in Shanghai-Aufenthalt im Sommer 2007 gestaltet hat. Die Arbeit erinnert wegen dem schmalen Querformates an einen Fries, auf dem eine surreale Stadtansicht zu sehen ist.
Horizont, 2008 ist keine fotografische Wiedergabe, obwohl die Grundlage der Kompositionen reale Landschaftsbilder sind. Stephan Hauswirth benutzt Landschaftsmotive vorgefundener und selbst aufgenommener Bilder, in denen er den Ausdruck jenseits des Sichtbaren sucht. Das Resultat der überarbeiteten Fotografie ist eine modellierte Realität. Orte zwischen Bild und Wirklichkeit.
Die Arbeiten von Matthias Heipel setzen sich mit aktuellen Positionen und Fragen zum Dokumentarischen in der Fotografie und dem Anspruch auf Wahrhaftigkeit des Abbilds und seinem Verhältnis zur Realität auseinander. In der gezeigten Fotografie Pont, 2007 wird der Bildraum verändert, manipuliert und zwischen Virtualität und Realität verortet.
Ausgangspunkt des Gemäldes Imitation, Havanna, 2008 ist die Idee, verschiedene Materialien und Motive nicht nur in ihrer Stofflichkeit wiederzugeben, sondern auch die Plastizität der einzelnen Objekte im Gemälde reliefhaft anzudeuten. Vincent Kriste möchte die spezifischen Eigenheiten von Oberflächenstruktur – zum einen der abgebildeten Gegenstände zum anderen des Arbeitsmaterials – sichtbar machen.
Die mit Graphitpulver und Watte in feinsten Tonabstufungen ausgearbeiteten Zeichnungen ohne Titel, 2008 von Kathrin Kunz zeigen fixierte Momente der flüchtigen Bewegungen von Flüssigkeiten, die Zeitlichkeit eines Augenblicks, den man nicht halten kann. Nicht das Abbild der ursprünglichen Fotografie interessiert, sondern die zeichnerische Umsetzung der Energie des Rätselhaften und des Unbeständigen.
Die Arbeit Bild mit drei Häusern Nr. 2, 2008 von Anita Kuratle zeigt eine Silhouette einer Häusergruppe. Die reliefartigen Objekte geben eine Räumlichkeit vor, und die perspektivische Darstellung suggeriert in der Wahrnehmung eine erweiterte Raumtiefe.
Wolfgang Ludewigs COLOUR - FACTORY 1958 - 2008 ist eine fiktive Dokumentation zum Thema Farbe in ihrer Doppelbedeutung als industriell gefertigtes Anstrichmaterial und andererseits als auratisch aufgeladenes Kunstmaterial. Die Gliederung der im Titel genannten 50 Jahre in sechs Abschnitte eröffnet dem Zuschauer des Videos trügerische assoziative Felder, in denen das eigene kunst- und geschichtshistorische Bewusstsein zum vermeintlichen Dechiffrierungsinstrument abstrakt - technoider Bildwelten wird.
Patrick Luetzelschwab künstlerisches Schaffen wurzelt im Graffiti und der Street-Art. Diese Einflüsse charakterisieren die Bildatmosphäre von Schichtwerk, 2007, dass mit Oxidationstechnik, Siebdruckverfahren und Photographie heruntergekommene Industriearchitektur abbildet. Das Motiv des seit 1976 stillgelegten Reichsbahnsausbesserungswerks in Trier, ist Zeuge des Untergangs vom industriellen Zeitalter in Deutschland.
Die Gemälde von Celso Martínez Naves sind in der Regel menschenleer, weitgehend anonyme Stadtansichten oder Straßenbilder, die zeitlos wirken. Die Lichtführung, die auch in seiner Werkgruppe Unterwegs, 2008 eine wichtige Rolle spielt, erzeugt einen flirrenden Schleier, der das Dargestellte dahinter mystisch erscheinen lässt.
Das Gemälde dazwischen, 2008 von Luzian Obrist zeigt einen halbtransparenten Baum auf schwarz-weißem Hintergrund. Intention des Künstlers war es über den Hell-Dunkel-Kontrast hinaus einen Übergang darzustellen: Der Baum steht an der Grenze zwischen den beiden Farben, als Mahnmal für das „dazwischen“.
In Leta Peers Fotografien werden heruntergekommene Fabrikräume, die aussehen, als seien sie Kulisse für einen Horrorstreifen, zu Gucklöchern in eine idyllische Natur. In goldenen Rahmen werden atmosphärische Ausschnitte aus Landschaften mitten in die Verlassenheit gehängt. Die digitalisierte Fotografie Mirrors Index 5, 2007 ist Teil der Reihe “Along with Simon“, welche die Künstlerin ihrem verstorbenen Bruder Simon gewidmet hat.
In Uta Pütz’ Werk werden auf unterschiedlicher Weise und in verschiedenen Medien Raum-Bild-Konstruktionen entworfen. In Schrank II, 2007 hat die Künstlerin Fotografien in eine dreidimensional Collage überführt. Das multiperspektivische Wandobjekt tritt in seiner Maßstäblichkeit in Bezug zum realen Raum und thematisiert zudem das Verhältnis von Bild und Bildgegenstand.
Die Arbeit kauniainen/ s, 2007 basiert auf einer Fotografie, die Maja Rieder in einem Quartier in Helsinki aufgenommen hat. Das Gebäude aus den 1970er Jahren ist in eine natürliche Umgebung eingebettet, welche ebenfalls in der Zeichnung ausschnitthaft vorkommt. Gewisse architektonische Elemente sind gezoomt dargestellt, andere weggelassen.
Eva Rosenstiel gestaltet in zufällig entstandenen Fotos Metamorphosen. Dies geschieht in einem aufwändigen Prozess von übermalen, scannen, blow up, ausdrucken mit Tintenstrahlprinter, partiell anlösen und weiterem übermalen. Die so entstandene neue Bildwirklichkeit in Karussell IV, 2008 intensiviert zum einen durch eine punktuelle Fokussierung den Raum, der zugleich wieder verstellt wird.
Alexa Rudolphs Video Wurstküche, 2008 zeigt ein Zeitfenster: Zehn Minuten aus dem Leben eines Metzgers, sein Handwerk, der Tot eines Schweins und die Wurstküche. Untermalt wird das Gezeigte von einem dilettantisch übenden Klavierspieler. Der Metzger ist kein Dilettant.
Marcel Scheibles großformatige Arbeit auf Papier gehört zur Werkgruppe Grünflächen, 2007. Auf der kraftvollen, auf den ersten Blick unüberschaubaren Komposition finden sich Gräser, Blumen und Baumstämme neben Sprayspuren und schematischen Darstellungen von Bodenprofilen bis hin zu einzelnen kunsthistorischen Zitaten (z.B. Dürers Rasenstück). Das organische Wachsen – impliziert durch die Motivwahl – nutzt Scheible als Bildentstehungsprinzip, indem er zeichnet, collagiert und übermalt, bis die einzelnen Elemente im Bildraum ein dichtes Netz von Bedeutungsverknüpfungen bilden.
Die Werke Samsurium, 2008 und Die Verwandlung, 2008 von Verena Schönhofer zielen darauf, den Betrachter in eine außergewöhnliche Stimmung zu versetzen und das Gefühl einer unkonkreten, rätselhaften Bedrohung zu suggerieren. Obwohl Kafkas Erzählung für die Titelgebung Pate stand, sind die Arbeiten keine Illustration sondern transportieren eine Botschaft: die Einsamkeit der Menschen.
Die letzten zehn Jahre lebte Peter Schuler in Frankreich, umgeben von der ursprünglichen Natur entlang des Canal de l' Est. Die Jahreszeiten mit ihren eigenen Wetterlagen sowie die Tage und Nächte mit ihrem wechselnden Lichtspiel des Landstriches werden in den drei Werken aus der Serie Wetterbilder, 2008 festgehalten.
Matthias Spiess’ Werk ohne Titel, 2007/8 zeigt ein verflochtenes Netz von Kristallen, das eine komplexe Räumlichkeit entstehen lässt. Durch die Überlagerung von transparenten Farbschichten entstehen geometrische Welten, die den Betrachter in einem Labyrinth versinken lassen. Seine neuen Arbeiten zeichnen sich durch die Verwendung minimaler Farbigkeit aus.
Valentina Stieger bemalt nach ihrem Konzept I, 2008 den Spiegel der Herrentoilette des Kunstvereins großflächig mit Lippenstift, so dass dem Betrachter der Blick in das eigene Spiegelbild verwehrt wird. Die grelle Farbe, der intensive Geruch und die aufgeladene Bedeutung des Lippenstifts als Medium privater Botschaften übt die Arbeit einen regelrechten „Farbanschlag“ auf den Besucher aus.
Die Malerei von Gabriele Vallentin thematisiert in den Farbfeldern, die miteinander verzahnt sind, die Verbindung des Fremden mit dem Eigenen. Die Arbeit ohne Titel (rot), 2008 wurde von den sinnlichen Erlebnissen der Künstlerin im tropischen Dschungel inspiriert.
Die Motive von Johannes Vetter neuester Arbeiten setzen sich mit der menschlichen Handlung als Aktion auseinander. Die beiden Bilder ohne Titel, 2008 stellen in universale, zeichenhafte Sprache die persönlichen und intimen Handlungen zur Befriedigung von Bedürfnissen dar und hinterfragen diese gleichzeitig.
Audrey Canales | Mr. Moonlight
DASSOLLKUNSTSEIN vol.6
6 Galerien im Freiburger Kunstverein:
21. - 23. November 2008, täglich 12:00 - 18:00 Uhr.
Eröffnung: Donnerstag 20. November, 19:00 Uhr.
Mady Braun, Annoncen | Galerie Pro Arte
Olga Allenstein | Galerie G
*1952, lebt in Freiburg
Olga Allenstein zeigt mit dem „Berliner Zimmer" eine Installation, die in Teilen erstmals 2003 in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Berlin zu sehen war. Inszeniert wird eine minimale Wohneinheit für eine Person auf vier Euro-Paletten: Pritsche, Stuhl, Schranktisch mit Allzweckgefäßen, rollbarer Waschtisch, diverse Schränkchen, Bildschirm. Alle Teile sind Schein- wie auch Nutzmöbel – eine aus Sperrmüll-Fragmenten zusammengesetzte Möblierung zum Nulltarif und nach individueller Maßgabe.
Mady Braun | Galerie Pro Arte
* 1946 in Hamburg, lebt in Freiburg und Salzburg
Die Bilder der umfangreichen „Annoncen“-Serie von Mady Braun sind weit entfernt von neutral- sachlich malerischen Umsetzungen von Anzeigen, vornehmlich der Rubrik Haus & Familie, die sie aus Gratiszeitungen entnimmt. Vielmehr werden Bild und Text so kombiniert, dass die Werke wie ironische Kommentare zu den Alltagsgegenständen wahrgenommen werden. In ihrer vermeintlich naiven Malerei erzählt die Künstlerin auf subtile Weise Geschichten, etwa von Leuten, die sich von nicht mehr makellosen Dingen trennen wollen, die offensichtlich ausgedient haben, und vereint dabei Witz und Melancholie.
Dirk Brömmel | Galerie Baumgarten
* 1968 in Bonn-Bad Godesberg, lebt in Wiesbaden
1929-30 baute Mies van der Rohe im Auftrag des Ehepaares Fritz und Grete Tugendhat die 1250 qm große Villa im tschechischen Brünn. Bereits 1938 musste jedoch die Familie Tugendhat vor dem drohenden Einmarsch Hitlers fliehen. Dirk Brömmel hat im Jahr 2002 zunächst das leidlich restaurierte, architekturhistorisch einmalige Gebäude (seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe) sowohl innen wie außen photographiert. In diese Aufnahmen hat er in einem zweiten Schritt eine Reihe von privaten Aufnahmen der Familie Tugendhat, die in den 1930iger Jahren dort aufgenommen wurden, montiert bzw. so integriert, dass sich die Zeitebenen der 1930iger Jahre mit der von 2002 fast nahtlos verbinden, wobei die „Brüche“ jedoch durchaus sichtbar blieben.
Inge Dick | Galerie artopoi
* 1941 Wien, lebt in Innerschwand am Mondsee/ Österreich
Die Malerin und Fotografin Inge Dick hat ihr malerisches Werk seit den 1960er Jahren kontinuierlich entwickelt. Die Entdeckung der „Fotografie“ bedeutete für ihr künstlerisches Werk keinen Bruch, sondern eine Weiterentwicklung mit anderen Mitteln. Fast spielerisch entwickelte sie neben ihrem malerischen Werk, parallel ein fotografisches. Ebenso wie in der Malerei ist das Thema ihrer Fotografien, das Licht und die Nuancierungen von Farbe. Viele Bezüge erlauben es zwischen den beiden Werkgruppen Inge Dicks, ihren Fotografien und den schindelartig aufgetragenen Spachtellungen in weiß Bezüge herzustellen. Während die Malereien aber Objektcharakter haben, verbleiben die Fotografien in der Fläche, das Papier ist oft hinter Glas aufgezogen, oder wie bei den Polaroids an zwei Punkten im Rahmen aufgehängt.
Tatiana Antigone Leicht | Galerie Meier
* 1961 in Bad Mergentheim, lebt in Radolfzell am Bodensee
In Tatiana Leichts Stillleben, Landschaften oder Porträts bleibt der malerische Werkprozess sichtbar erhalten. Schichtweise erhebt sich in teilweise schwerem Impasto die Ölfarbe auf der Leinwand, die fast reliefartige Oberflächen zu bilden scheint. Ihre Gemälde sind zwar der traditionellen figürlichen Malerei zuzuordnen, jedoch sind sie gleichzeitig von einem hohen Grad der Abstraktion geprägt, so dass es einige Zeit dauern kann bis sich einzelne in den Titeln erwähnten Elemente identifizieren lassen. Durch den betont gestischen Farbauftrag sowie die reiche Oberflächentextur wird eine erhebliche Distanz im Verhältnis zur Wirklichkeit geschaffen, was Tatjana Leichts Malerei eine immense Spannung verleiht.
Jo Niemeyer | Galerie Konkret Wörn
* 1946 Alf, lebt in Süddeutschland, Frankreich und Finnland
Jo Niemeyers Bilder und dreidimensionalen Objekte stehen in der Tradition der klassischen Moderne und weisen Affinitäten zu asiatischem Denken und fernöstlicher Ästhetik auf. Wesentliches Element seines Regelkanons, seiner bildnerischen Grammatik ist die ausschließliche Konzentration auf Rechtecke und Quadrate bzw. entsprechende kubische Formen, die äußerst exakt gearbeitet, in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau sowie in Schwarz und Weiß ausgeführt sind. Vor allem aber basieren die Arbeiten auf dem Goldenen Schnitt, der seit dem Altertum als Garant von Schönheit und Wohlgefallen gilt.
Sie setzen der allgegenwärtigen Entropie eine künstlerische Ordnung entgegen, und sind – im Wortsinn – konkrete Utopien.
(Zusammengestellt aus: Jürgen Glocker, „Jo Niemeyer: Den Menschen zugewandt“)
Barco, 2008
Mixed media on canvas
300 x 500 cm / 118 x 196 3/4 in
Courtesy: Sies + Höke, Düsseldorf
Photographer: Achim Kukulies, Düsseldorf
Federico Herrero
12. September bis 09. November 2008
Die kraftvollen großformatigen Gemälde des Costaricaners Federico Herrero (* San José, Costa Rica 1978) machen die Räume zwischen den Dingen sichtbar. Obwohl die kleinen, sich aneinanderschmiegenden und einfarbig gemalten Blöcke abstrakt erscheinen, stellen sie doch Herreros Reaktionen auf Begebenheiten und Bilder dar, denen er in seinem Alltagsleben in Costa Rica oder auf seinen Reisen begegnet.
Als Inspirationsquellen dienen ihm die vielfältigen Straßen- und Hausbemalungen in Costa Rica, die nicht als Kunst definiert sind, sondern uns als unterschiedliche Art von bildlicher Kommunikation begegnen.Die Reichhaltigkeit in Herreros Werken wird dadurch erzeugt, dass Farben einen besonderen Charakter erlangen, der sich durch die Abgrenzung zu den anderen Farbfeldern definiert. Auf diese Weise kreiert der Künstler in einem einzigen Gemälde Zonen in unterschiedlichen Licht- und Modulationsrhythmen. Seine Konzentration auf Farbe geht zurück auf Experimente von Malern des frühen 20ten Jahrhunderts wie Josef Albers. Herrero macht sich die Offenheit der Abstraktion zunutze, d. h. ihr Potential für die individuelle Interpretation, die es zulässt, dass sich die Erfahrungen der Betrachter in dem Gemälde widerspiegeln. Gleichzeitig definiert er in seinen Gemälden eine Räumlichkeit, die in jedem einzelnen Bild eine Landschaft erzeugt.Herreros Kunstschaffen teilt sich zwischen den im Atelier auf Leinwänden angefertigten und den im Freien als Interventionen ins Stadtbild kreierten Gemälden.
Als Anfang 20jähriger, hängte Herrero kleine, auf gefundenen Holzstücke oder Leinwände gemalte Bilder an die Bäume in seiner Heimatstadt San José. Er war fasziniert von der Idee, die Bedeutung und Funktion seiner Umgebung durch die Einführung von Elementen zu verändern, die dort eigentlich nicht hingehörten und von Passanten weggenommen oder woandershin gebracht wurden. Dann begann er, direkt auf Mauern, Bürgersteige und Straßen selbst zu malen.
Foto: Achim KukuliesIn jüngerer Vergangenheit hinterließ Herrero seine Spuren im Stadtbild von San José mit der Fertigstellung nicht vollendeter Zebrastreifen und der Reparatur oder dem Verändern der Funktion von Straßenschildern. In Tokio bemalte er zwei öffentliche Busse und schuf damit Gemälde in Bewegung. Herrero erstellt zwar zahlreiche Fotografien und Zeichnungen, aber diese sind unabhängig von den Gemälden, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Studios intuitiv und spontan entstehen.
Federico Herreros Praxis, die Grenzen zwischen Kunst und Leben zu verwischen, hat auch einen deutlichen Einfluss auf seine Ausstellungen in öffentlichen und privaten Galerien, bei denen er an den Gebäuden selbst seine Spuren hinterlässt, indem er einen Dialog zwischen architektonischen Elementen und künstlerischer Sprache inszeniert. Seine Arbeit ist inspiriert von der Bewegung, die 1960 begann und die durch die künstlerische Praxis von Künstlern wie Günther Förg und Katharina Grosse weitergeführt wurden.
Foto: Achim Kukulies
Im Kunstverein Freiburg entstehen durch die Gemälde, die Federico Herrero auf den zweidimensionalen Flächen des dreidimensionalen Innenraums schuf, emotionsgeladene Räume, die sich grundlegend auf unsere Wahrnehmung der Architektur auswirken. Obwohl ihr Entstehungsprozess voll und ganz auf der Subjektivität des Künstlers beruht, sind die Betrachter von Herreros Wandgemälden interaktiv betroffen, als ob sie innerhalb eines Gemäldes wären, dass sie als sinnliche Erfahrung wahrnehmen. Die kleinen skizzenhaften Figuren, die hier und da hervorschauen, sind von Herrero als Alien- Figuren gedacht. Formal fügen sie eine wichtige Ebene hinzu: die dünnen Linien der Zeichnung agieren in einem andauernden Dialog mit den dicken Pinselstrichen der Farbe – Material der ‚hohen Kunst’ gegenüber gewöhnlichem Filzstift. Die Figuren sind wechselnd auffällig.
In Garden, 2008 zum Beispiel, rufen die delikat gezeichnete Formen Blumentöpfe, Blätter oder Samen in Erinnerung. Auf anderen Leinwänden, so wie Barco, 2008 oder Landscape with black stripes, 2008, treten die Figuren nur ein-zweimal auf. Trotzdem spielen sie eine genauso wichtige Rolle im Rhythmus der Komposition zwischen starker und filigraner Struktur, Farbe und Linie, mentaler Landschaft und cartoonartigem Humor.Eine ganz andere Art von Figuren präsentiert sich in den sechs Porträts, die im Kunstverein Freiburg erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Bilder sind keine Porträts im herkömmlichen Sinn, sondern eher Andeutungen von möglichen Bildnissen von Menschen, die existieren könnten. Direkt auf raue, unbehandelte Leinwand gemalt, erzeugt der Kontrast zwischen der stofflichen Leichtigkeit, der Ölfarbe und den Zeichenlinien eine fließende, offene Struktur.
Untitled, 2005
Mischtechnik auf Leinwand
70 x 421 cm / 27 1/2 x 165 3/4 in
Courtesy: Sies + Höke, Düsseldorf
Photographer: Achim Kukulies, Düsseldorf
Ein offensichtliches Merkmal von Herreros neuesten Arbeiten ist seine Vorliebe für leuchtende, manchmal sogar grellen Farben. Der Schwerpunkt von Barco ist das verführerische Fliederfarbene des Hintergrunds, von dem sich die gelben und roten Farbtöne leuchtend absetzen, während Blue Mountain, 2008 von der einfarbigen blassblauen Form beherrscht wird, das den intensiven gelben „Himmel“ beleuchtet bzw. belebt. Obwohl der Künstler mit den großformatigen ortsbezogenen Werken den Betrachtern oft den Eindruck verschafft hat, sie könnten innerhalb eines Gemäldes herumlaufen oder herumschwimmen, ist dies das erste Mal, dass er versucht hat, diesen Eindruck auf einer Leinwand entstehen zu lassen. Herreros Farbpalette hat sich in den letzten Jahren verändert, denn im Vergleich zu diesen eher synthetischen Farben, sind die im Jahr 2005 entstandenen Gemälde wie Untitled (7) und Landscape (Green), 2008 dunkler und gedämpfter. Ihre vergleichsweise Natürlichkeit wird durch die unebenen Konturen der farbigen Formen noch verstärkt, bei Landscape (Green) auch durch den relativ differenzierten, gestischeren Hintergrund.
Überraschenderweise ist Schwarz eine der wichtigsten Farben in Herreros Werk, dessen Hauptbedeutung für ihn sein ganz wörtlicher Bezug zur Idee von Dunkelheit ist. Er setzt diese Farbe ein, um Tiefe zu erzeugen und den anderen Farben Hintergrund zu geben, z. B. in Werken wie Landscape (Green), oder um zu verhindern, dass eine Komposition zu grell wird, wie in Blue Mountain. In Landscape with black stripes bildet Schwarz nicht nur den Hintergrund der oberen Leinwandhälfte, sondern führt auch in Form der eingekerbten schwarzen Streifen eine neue und komplexere Perspektive in die Arbeit ein. An der Stelle, wo die schwarzen Streifen beginnen, scheint sich das Gemälde von der flacheren Komposition darüber wegzubeugen und sich auf den Raum der Betrachter hinzubewegen. Für Herrero hat die Farbe auch eine symbolische Bedeutung; er beschreibt sie „wie das Denken an eine nächtliche Szene oder ein ‚Nocturne’, ein im Hintergrund erklingendes Klavierstück“.
Die kühne Extravaganz und immanente Leuchtkraft in Herreros Gemälden erzeugen eine wirkungsästhetische Ebene, der sich der Betrachter nicht zu entziehen vermag. Seine künstlerische Sprache ist nicht in Theorie begründet, sondern vielmehr in der Immanenz des Mediums, im grundlegenden Akt des Malens, der in dem Auftragen von Farbpigmenten auf Flächen besteht. Die innere Logik von Herreros Werken wird von formalen Entscheidungen regiert, die nie autonom sind, sondern Momente und flüchtige Eindrücke seiner unmittelbaren Umgebung widerspiegeln. In diesem Sinn sprechen seine Gemälde sowohl von der Welt als auch von sich selbst.
Federico Herrero hat im Jahr 2001 auf der Biennale von Venedig den Preis für junge Künstler gewonnen. Er hat sich an zahlreichen Biennalen und Gruppenausstellungen beteiligt und einige Einzelausstellungen präsentiert u. a. in Watari Museum for Contemporary Art, Tokyo (2005) und CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco (2008). Er ist von den folgenden Galerien vertreten: Sies + Höke Galerie, Düsseldorf, Gallery Koyanagi, Tokyo, Galeria Juana de Aizpuru, Madrid und Pablo Léon de la Barra, London. Die Präsentation in Kunstverein Freiburg ist seine erste umfangreiche Einzelausstellung in Europa.
Foto: Marc Doradzillo
Ergin Çavuşoğlu
6. Juni – 10. August
Place after Place
Ergin Çavuşoğlu (*1968) gilt zur Zeit als einer der interessantesten Videokünstler in Großbritannien. Seine Videoinstallationen reflektieren die komplexe und immerzu wandelnde Migration von Menschen zwischen Orten und Ländern. Oft in Häfen, Flughäfen und auf Märkten gefilmt, behandeln seine Videos Themen von Reise und der Prozess von Bewegung, der unsere Realität bestimmt. Dadurch erzählen sie auf lyrische Weise von den persönlichen Erfahrungen Einzelner innerhalb einer breiteren kollektiven Geschichte.
Die Präsentation seiner Arbeiten im Kunstverein Freiburg wird Ergin Çavuşoğlus erste Einzelausstellung in Deutschland sein. Sie zeigt drei Videoprojektionen als Hauptarbeiten, eine neue Skulptur und eine Auswahl von acht großformatigen Zeichnungen. Çavuşoğlu experimentiert mit der Präsentationsart von großformatigen Videoinstallationen in Kombination mit anderen Medien wie beispielsweise Skulptur oder Zeichnung.
Foto: Marc Doradzillo
Im Zentrum der Ausstellung steht die Arbeit Point of Departure, 2006, die in zwei Flughäfen, Stansted in Südengland und Trabzon an der türkischen Schwarzmeerküste, gefilmt wurden. Als gegensätzliche Enden des europäischen Kontinents begriffen, werden die zwei Orte subtil getrennt und neu zusammengeführt. Nach und nach bemerkt der Betrachter Details von Farben, Kleidung und Sprache, welche die zwei Orte unterschiedlich charakterisieren. Point of Departure thematisiert den Flughafen sowohl als architektonische Struktur, als Maschine die Reisende prozessiert als auch als ästhetische Räumlichkeit.
Die Videoprojektion Midnight Express, 2008 erforscht Ideen über Vergänglichkeit und Mobilität. Die Arbeit wurde im asiatischen Teil Istanbuls gefilmt, auf der zentralen Zugverbindung zwischen dem westlichen Teil des Landes und dem Osten. Es sind dieselben Gleise, die vom sogenannten Orient-Express auf dem Weg nach Osten genutzt werden.
Die Aufnahmen wurden in der Nacht gemacht, wenn die Stadt nur schemenhaft erkennbar ist: der Zug durchdingt auf seinem Weg die Dunkelheit, in der man nur die beleuchteten Fenster sieht, in unregelmäßigen Abständen hin und her. Die Arbeit interpretiert die Reise mit dem Zug als eine poetische Darstellung, in der die Befremdlichkeit des globalen Transports und der Vernetzung durch klassische ästhetische Strategien umgewertet wird.
Silent Glide, 2008 porträtiert die Dynamik, die Verflechtung und die Spannung in einer Paarbeziehung, sowie die wachsende moralische Inkompatibilität der zwei Betroffenen. Das Konzept basiert leicht auf Leo Tolstois Memoiren „Meine Beichte“, worin der Autor seine inneren Kämpfe und die Suche nach dem philosophischen Sinn des Lebens beschreibt. Die Szenen, die von der absteigenden Spirale der Paarbeziehung erzählen, spielen vor der trüben Industrielandschaft von Hereke, Türkei. Ehemals berühmt für die Produktion herausragender Seidenteppiche, sprich eine Adresse für Edle und Reiche, ist diese Landschaft heutzutage vom Unheil der Zementfabrik und des Frachterhafens geprägt. Die Mischung und der starke Kontrast zwischen Geschichte und Modernität, zwischen Ästhetik und Irritation bzw. deren Koexistenz in einer absurden Harmonie verdeutlichen die Themen, die im Film untersucht werden.
Die neue Skulptur Place after Place, 2008, bestehend aus farbigem Plexiglas und einer fluoreszierenden Röhre, wird neben seiner Videoinstallation Point of Departure präsentiert. Von den vier Kisten, die ineinander platziert sind, misst die äußere 100 x 56 x 56 cm, d.h. eine Größe, die auf das cineastische Verhältnis 16 x 9 Bezug nimmt. Die anderen Kisten sind proportional kleiner und drehen sich ineinander. Das Werk reflektiert die Architektur und die Räumlichkeiten in Çavuşoğlus Videoinstallationen.
Die acht großformatigen Zeichnungen stellen eine Auswahl dar. Jede Zeichnung nimmt einen indirekten Bezug zu den Themen, die in den Videoinstallationen untersucht werden: der Raum, den wir bewohnen und in dem wir leben, die Grenzen, mit denen wir leben und die wir uns selbst setzen.
Ergin Çavuşoğlu wurde 1968 in Bulgarien geboren, wo er zu der türkischen Minderheit gehöhrte. In den frühen 80er Jahren studierte er Bildende Kunst an der National School of Fine Arts 'Iliya Petrov' in Sofia. Er erhielt den BA in Wandmalerei an der Universität von Marmara in Istanbul und erwarb 1995 den MA von Goldsmiths in London, wo er seitdem lebt und arbeitet.
2003 vertrat Ergin Çavuşoğlu die Türkei auf der 50. Venedig-Biennale, außerdem nahm er an der 8. Istanbul-Biennale teil. 2004 beteiligte er sich an der 3. Berlin Biennale. Im selben Jahr bekam er große öffentliche Aufmerksamkeit als er für den wichtigen Preis in Großbritannien ‚Becks Futures’ vorgeschlagen wurde. 2005 stellte er an der British Art Show 6 aus. Seine erste große Einzelausstellung in Großbritannien wurde 2006 in der John Hansard Gallery in Southampton und in der Northern Gallery for Contemporary Art in Sunderland gezeigt.
Reto Leibundgut, o.T., 2008, Installation, Kunstverein Freiburg, Foto: Marc Doradzillo
Diana Dodson und Reto Leibundgut
04. April – 25. Mai
Diana Dodson (*1963) und Reto Leibundgut (*1966) arbeiten oft gemeinsam. Für den Kunstverein Freiburg – als ihre erste Ausstellung in einem öffentlichen Raum in Deutschland – werden sie eine Gruppe von neuen Arbeiten anfertigen.
Die Künstler thematisieren in ihren Installationen, Objekten, Bildern und Videos die Welt des Wohnens: in dem sie Einrichtungsgegenstände wie Teppiche, Wandverkleidungen oder Ledersofas neu zusammensetzen und mit ungeahnter Aussage füllen. Das andere zentrale Thema ihrer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Naturelementen.
Dabei funktioniert die Idylle der Landschaftsdarstellung nicht als Spiegel der Natur, sondern als Spiegel gesellschaftlicher und sozialer Phänomene, als Projektionsfläche für menschliche Emotionen.Die Schweizer Künstler Diana Dodson (*1963) und Reto Leibundgut (*1966) arbeiten oft gemeinsam und in einer großen Vielfalt an Medien und Techniken. Für den Kunstverein Freiburg haben sie eine raumgreifende Installation angefertigt, die unter dem Titel Drunken Sailor Einzelarbeiten der beiden Künstler verbindet. Diese spielen mit Assoziationen der Kunstvereinsarchitektur zu Schiffsdeck, Reling und maritimem Raum. Mittels Skulpturen, Malerei und Videoarbeiten untersuchen Dodson und Leibundgut Themen wie Unterwasserwelt, Entdeckungsreise und Schiffsbau.
Der Titel weist auf Unschärfe und Ohnmacht hin einen Zustand, in dem man den Boden unter den Füssen zu verlieren glaubt. Ein rundes Stierfell hängt wie eine Landkarte oder ein Segel von der Glasdecke des Kunstvereins. Darunter ist in den Boden ein Text eingraviert neben einer Lederbank, einem schiffsbauartigen Objekt und einer langen Welle aus Spanplatte. Alle drei Objekte präsentieren Teile eines mystischen Textes: Werde glücklich und still.
Die Welt mit all ihren Wundern ist nichts. In verschiedenen Techniken Gravierung, Applikation, Schreinerei und Intarsien werden die Worte in dieser monumentalen Installation visualisiert. Ultra-marin, eine weitere Installation aus drei Videoarbeiten stellt Synchronschwimmer dar, die mit verlangsamten Bewegungen in ihrer eigenen abgehobenen Sphäre miteinander kommunizieren. Man denkt dabei an Wassernymphen oder Sirenen, die, indem sie die Seemänner rufen, den Sog des Meeres symbolisieren. Die Widerspiegelung der maritimen Bildwelt wird in verschiedenen Arbeiten der Ausstellung weitergeführt: eine Wandkonsole, Terra Incognita, interpretiert traditionelle Delfter Fliesenzeichnungen neu, Zierknoten bezieht sich auf die Tradition der von Matrosen verfertigten Seilenfetische und eine Skulptur aus drei präparierten Schwänen verweist auf die Unterwassermythologie um Neptun.
Die menschliche Sehnsucht nach dem Anderen bzw. auf einen paradiesischen Zustand zeigt sich in Malerei von exotischen Orten, jungen Matrosen oder dem Polarstern. Der Horizont als Symbol der Ferne wird in zwei Arbeiten thematisiert: das Video Insel stellt den wankenden Horizont durch einen runden Ausschnitt dar, als ob der Betrachter durch ein Bullauge vom Schiff aufs Meer hinaus schauen würde. Es gleicht einer Ansammlung von Urlaubspostkarten, die durch den Prozess der Animation in Bewegung kommen. Bei der Arbeit Macao bildet die Oberkante von dicht aneinander stehenden Vasen eine Horizontlinie, die dadurch betont wird, dass die Gefäße bis zum Rand mit Wasser gefüllt sind.
Die Komponente des Maritimen steht als Metapher für die gegenwärtigen Unschärfen in Gesellschaft, Geist, Politik und Wirtschaft.
Die im Kunstverein Freiburg gezeigte Präsentation ist die erste gemeinsame Ausstellung von
Diana Dodson und Reto Leibundgut in einer Kunstinstitution in Deutschland.
© Laurent Montaron
courtesy galerie schleicher+lange, Paris
Reading, 2005, photograph, 124 x 220 cmLaurent Montaron
25. Januar – 16. März
Candy says I'd like to know completely
what others so discretely talk
about, 2004, light box, 125 x 96 cmObwohl er in seinem Heimatland schon als einer der spannendsten jungen Künstler bekannt ist, wird diese Präsentation die erste Einzelausstellung des Franzosen Laurent Montaron (*1972) in Deutschland sein. Er konzipiert einen neuen Film für die Halle des Kunstverein Freiburg und zeigt in der oberen Etage großformatige fotografische Arbeiten. Seine Werke handeln von verschiedenen Formen der Erzählung, der Grenze zwischen Realität und ihrer Darstellung und von den Möglichkeiten, uns Erfahrung von Zeit zu vermitteln. Weit entfernt vom Dokumentarischen als auch vom Fiktiven verwendet Laurent Montaron die Strategien des Isolierens, Andeutens und Verbergens, um die versteckten Kräfte bei der Entstehung von Bedeutung, den Zauber der Bilder und der Töne freizulegen.
Laurent Montaron konstruiert seine Fotografien minutiös. Die Situationen werden bis ins kleinste Detail geplant und ohne jegliche Spontaneität aufgenommen. Das Geschehen der Bilder basiert häufig auf der persönlichen Erfahrung des Künstlers von Träumen und Déjà-vu-Erlebnissen. Zuerst entsteht eine Vision, noch bevor der passende Ort oder richtige Darsteller gefunden sind. Bei der Umsetzung ist es schließlich eine Interaktion zwischen der Imagination und dem Machbaren, aus der die Bilder entstehen. Es sind Szenen ohne Anfang und Ende, wie das Standbild eines Filmes bei dem der Zusammenhang fehlt. Als Szenario dokumentieren sie einen kurzen Augenblick.
Montarons Werke zweifeln eine einzig gültige Interpretation an; die Ambivalenz der Themen eröffnet eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten. Der Betrachter ist mit einem Mikrokosmos konfrontiert, der anstatt eine Realität zu beschreiben, symbolische oder allegorische Bedeutungen vorsieht. Unter diesem Aspekt mag Reading, 2005 verstanden werden, dessen Darstellung an Ray Bradburys Erzählung Fahrenheit 451 erinnert, in dem Bücher als Quelle der Menschlichkeit verboten und verbrannt werden. Das Buch versinnbildlicht den Aufschrieb von Sprache, von Geschichte, von der Welt. Aus der Faszination des Künstlers für die romantische Umgebung Heideggers Hütte im Schwarzwald entstand die Panoramaansicht von Todtnauberg, 2006. Die Arbeit Somniloquie, 2002 dringt in die Intimität des Menschen ein: durch einen Plattenspieler wird das im Schlaf Gesprochene akustisch wiedergegeben, gleichzeitig ist die Szene der Aufzeichnung auf dem Foto abgebildet. Während dem Abspielen der Geräusche wird die Tonspur der Schallplatte gelöscht. Das Motiv des Aufnehmens ist ein wiederkehrendes Merkmal Montarons Arbeit, auch zu sehen in Stream, 2007 oder Candy says I’d like to know completely what others so discreetly talk about, 2004. Beim Verwenden von mechanischen Aufnahmegeräten sinnt der Künstler über die Absichten hinter der Repräsentation nach. Bei der Aufnahme formt sich Sprache im Gesprochenen, ohne dass die körperliche Präsenz des Redners anwesend ist.
Die Erwartung mit der Montaron den Betrachter einbezieht ist nie geradlinig sondern voller Kurven und Wendungen, wie das Knäuel an Videobändern abgebildet auf der Fotografie Gordischer Knoten, 2005. In der griechischen Mythologie ist die Struktur des Gordischen Knoten so komplex, dass weder Verstand noch Intuition sie verstehen oder lösen kann. Es ist ein Konstrukt der Scheinwelt, ohne Bestand in der Wirklichkeit, in der Phantasie geknotet.
Laurent Montarons neuer Film handelt von der Idee der Vorahnung als ein direktes Wissen oder eine Erkenntnis der Zukunft und thematisiert Zeit und Zufall. Es ist die Wiederherstellung eines Geräts, das mit der Wahrnehmung experimentiert.
Gern schicken wir Ihnen auf Wunsch zusätzliche Informationen zum Leben und Werk des Künstlers sowie druckfähiges Bildmaterial.
Programm Archiv 2007
Monika Ruckstuhl, o.T. 2006,
Fotos und Courtesy: Monika Ruckstuhl Regionale 8
Eröffnung: 30.11.2007 um 19:00 Uhr, Ansprache: 19:30 Uhr
(Felicity Lunn, Direktorin)
Ausstellungsdauer: 30. November 2007 bis 06. Januar 2008
Der Kunstverein Freiburg zeigt im Rahmen der diesjährigen Regionale 8
31 KünstlerInnen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich.
Marie-Louise Leus, Leuchtkörper, 2007
Sabine Bechtel / Beat Brüderlin / Buess/Weber / Gabriela de Antuñano / Max Diel /
Lena Eriksson / Carola Faller / Barbara Feuz / Hans-Rudolf Fitze / Matthias Frey / Eva Früh / Anja Ganster / Stefanie Gerhardt / Salome Ghazanfari /
Regina Hügli / Rahel Knöll / Reinhard Kühl / Marie-Louise Leus /
Andreas Lorenschat / Christophe Marguier / Ji-Sook Min / Chris Popovic /
Almut Quaas / Emanuel Rossetti / Monika Ruckstuhl / Brigit Rufer / Schär&Spillmann / Bruno Steiner / Anna Stiller / Andrzej Wolski / Daniela Zanolla
Die Ausstellung setzt bewusst auf eine Vielfalt von etablierten und weniger bekannten regionalen Positionen des Dreiländerecks in einer Mischung aus Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video und Skulptur.
Auf Wunsch schicken wir Ihnen gern vorab eine Presse-CD mit zusätzlichen Informationen zum Leben und Werk der Künstlerinnen und Künstler sowie druckfähigem Bildmaterial.
Über Ihr Kommen freuen wir uns sehr!
Andreas Lorenschat, Rasenmähermann,2004
Susanne Kühn: Malerei
14. September – 11. November
Eröffnung: 14. September 20007, um 19 Uhr
Susanne Kühn, Anne geht Baden, 2005, Pigment,
Acryl auf Leinwand, 220 x 160 cm, Private Sammlung
Die Ausstellung der in Freiburg lebenden Künstlerin Susanne Kühn (geb. 1969) ist die erste umfangreiche Präsentation ihrer Arbeit in einer öffentlichen Institution.
Sie beschließt die Rückkehr der Künstlerin in ihr Heimatland, nachdem sie gleich nach ihrem Abschluss an der Kunstakademie Leipzig sieben Jahre lang in den USA gelebt und gearbeitet hat. Die Ausstellung setzt den Schwerpunkt auf große Leinwände sowie Zeichnungen der letzten fünf Jahre.
Susanne Kühns Bilder beziehen sich bewusst auf die deutsche Romantik, die einschüchternde Transzendenz der Naturvisionen von Joseph Anton Koch
oder C. D. Friedrich.
Die auf dem ersten Blick altmeisterlich-naturalistisch wirkenden Bilder – Gebirge, Wälder, Schluchten und vom Mond beleuchtete Schauerlandschaften – werden virtuos mit Elementen aus anderen geschichtlichen und kulturellen Stilrichtungen kombiniert, so dass die endgültigen Bilder völlig zeitgenössisch wirken.
Nach Freiburg ist die nächste Station der Ausstellung das Museum of Contemporary Art, Denver, Colorado.
Lutz/Guggisberg
1. Juni – 12. August
Eröffnung: 01. Juni 2007, um 19 Uhr
Lutz/Guggisberg
Das Schweizer Künstlerduo Andres Lutz (geb. 1968) und Anders Guggisberg (geb. 1966) ist in ihrem Heimatland für ihr installatives Schaffen bekannt. Die lustvoll zusammengestellten Objekte, Bilder und Videoprojektionen unterziehen den Ausstellungsraum einem atmosphärischen Wandel, durch den wir unsere üblichen Denkkategorien ablegen und die Einladung zum spielerisch assoziativen Weiterspinnen annehmen.
Zusätzlich zur Installation in der Ausstellungshalle werden Lutz und Guggisberg eigenst für den 1. Stock einen labyrinthischen, die ganze U-Form abdeckenden Parcours gestalten, der sich aus mittelgroßen, kleinen bis kleinsten Kammern zusammensetzen wird.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kunsthaus Aarau, Schweiz.
Ausgezeichnet !
30. März bis 13. Mai 2007
Teilnehmende Künstler(innen):
J. Tobias Anderson (S), Pascal Danz ( CH ), Kat j a Davar ( UK/D) , Kate Davis (UK), Katy Dove (UK), Gabriela Fridriksdottir (I S ), Franziska Furter ( CH ), Knut Henrik Henriksen (N), Leni Hoffmann ( D ), Cristina Ohlmer (D), Yehudit Sasportas (I L ), Christoph Schmidberger ( Österreich /USA), Stefan Thiel ( D )
In den letzten Jahren hat das Thema Zeichnung erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Diese Tendenz spiegelt die aktuell intensivierte Auseinandersetzung vieler KünstlerInnen mit den Möglichkeiten des Mediums wider. Ausgezeichnet! untersucht Arbeiten, die sich am Rande des Zeichnens befinden, die nicht nur in Frage stellen, was Zeichnen eigentlich bedeutet, sondern die ebenso die Beziehung zur Malerei, Bildhauerei, Film und Fotografie untersuchen. Das Spektrum von Ausgezeichnet! reicht von in unterschiedlichen Techniken ausgeführten Zeichnungen auf Papier, über die Ausweitung des Gattungsbegriffs Zeichnung auf Raum einnehmende, plastische Arbeiten bis hin zu animierten Zeichnungen.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (modo Verlag).
George Shaw
26. Januar – 18. März
Eröffnung: 26. Januar 2007, um 19 Uhr
George Shaw , Scenes from the Passion: The Very Sad Tree, 2004,
Kunstharzlack Humbrol Enamel auf Holz, 43 x 53 cm,
Sammlung Shane Akeroyd, London
Mit einer gewissen Nostalgie malt George Shaw (geb. 1966) Landschaften und Gebäude in Vororten der britischen Arbeiterklasse, die sich zu einem Bild des kollektiven Gedächtnisses fügen. Seine Arbeiten sind eine Hommage an britische Filme des ‚Kitchen Sink’ Genres der 60er Jahre, doch entdeckt man trotz seiner Faszination für die englische Identität und Kultur, dennoch das Bild einer im weitesten Sinne modernen europäischen Welt.
Zum ersten Mal werden in dieser Ausstellung Zeichnungen von George Shaw zu sehen sein, die sich mit den Mythologien populärer britischer Kultur aus den 70er und 80er Jahren auseinandersetzen.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Centre d’Art Contemporain, Genf.
Vernissagefoto Shaw im Fotoalbum>
Programm Archive (2001 -2006)
www.bertold.de




















